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Naziversammlung am 9. Nov. in #Wuppertal / Aufruf zum Protest

Die Wuppertaler Nazis, Holocaustleugner und Antisemiten um ihre Nazi-Minipartei „Die Rechte“ haben eine „Mahnwache“ am 9. November, den Tag des Novemberpogroms, ab 19.30 Uhr auf dem Berliner Platz/ Bahnhof Oberbarmen angemeldet und rufen zu der Veranstaltung auf.

Hinweis: Enough is Enough organisiert keine dieser Veranstaltungen und Aktionen. Wir veröffentlichen diesen Text, damit Menschen in den USA und Europa sehen können, was passiert. Dieser Text wurde nur zur Dokumentation veröffentlicht.

Die Polizei Wuppertal als zuständige Versammlungsbehörde hat diese Naziversammlung am 9. November verboten. Dieses Verbot der Wuppertaler Versammlungsbehörde ist absolut zu begrüßen. (Update: Die Nazis haben nach eigenen Angaben Rechtsmittel beim Verwaltungsgericht in Düsseldorf eingelegt. Wir sollten uns weiterhin auf eine Naziveranstaltung mit der Einmann-Nazipartei von Kevin Koch und seinen Dortmunder Kameraden einstellen. Der Treffpunkt für Gegenproteste: 19:00 vor dem Bahnhof Oberbarmen.)

Vor 80 Jahren, am 9. auf den 10. November 1938 brannten im
gesamten Deutschen Reich die Synagogen.

Der 9. November ist der Tag, an dem organisierte Schlägertrupps jüdische Geschäfte und Gotteshäuser in Brand setzten. Es ist der Tag, an dem tausende Juden misshandelt, verhaftet oder getötet wurden. Spätestens an diesem Tag konnte jeder in Deutschland sehen, dass Antisemitismus und Rassismus bis hin zum Mord staatsoffiziell geworden waren.

Diese Nacht war das offizielle Signal zum größten Völkermord in Europa.

Genau an diesem Tag und zu diesem Datum wollen die
Nazis nun ihre Veranstaltung abhalten, das ist eine nicht akzeptable Provokation, der alle demokratischen und antifaschistischen Kräfte entgegentreten müssen.

Es ist zu erwarten, dass die Nazis gegen die Verbotsverfügung der Polizei juristisch vorgehen werden. Wie die Gerichte das beurteilen werden ist nicht einschätzbar. Wir hoffen aber, dass die Verbotsverfügung bestätigt wird.

Die Wahl des Datums für ihren Aufmarsch stellt eine extreme Provokation dar und zeigt außerdem, wie unverhohlen Nazis in Wuppertal und ganz Deutschland inzwischen ihren Antisemitismus auf die Straßen tragen. Dem müssen wir uns
gemeinsam mit aller Kraft und Entschlossenheit entgegenstellen!

Daher ruft das „Wuppertaler Bündnis gegen Nazis“ für den Fall dass die Versammlung nicht verboten wird, zum Protest dagegen auf.

Auf zum Protest:
am 9.Nov.
um 19 Uhr Berliner Platz (vor dem Bahnhof Oberbarmen), Wuppertal Barmen

Guckt am 9. Nov. in die sozialen Medien,
Facebook: https://www.facebook.com/wuppertalkeinplatzfuer
Twitter: #0911wpt

Morgen, 10. November, gibt es eine Demonstration in Wuppertal: 

Für ein solidarisches Miteinander – Gemeinsam gegen rechte Hetze

„Es ist geschehen – folglich kann es wieder geschehen.“

Dieser Satz des italienischen Schriftstellers und Auschwitz-Überlebenden Primo Levi aus seinen Lebenserinnerungen ist immer aktuell geblieben.

Der 9. November ist ein Schicksalsdatum in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Neben anderen Ereignissen zu diesem Datum ist in diesem Jahr besonders an den 9. November 1918 zu erinnern. Mit dem Arbeiter- und Matrosenaufstand und dem Generalstreik wurde vor 100 Jahren zum Ende des 1. Weltkrieges beigetragen und durch diese Revolution brach das deutsche Kaiserreich zusammen.

Nie darf vergessen werden was in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 geschah.
Die vorausgegangene zunehmende Entrechtung mit fortgesetzter rassistischer Hetze gegen die jüdische Bevölkerung wurde in dieser Nacht der Auftakt zu ihrer gewaltsamen Verfolgung.
In dem von den Nazis „Reichskristallnacht“ genannten reichsweiten staatlich organisierten Pogrom wurden die Synagogen in Brand gesetzt, Geschäfte jüdischer Besitzer zerstört und geplündert und die jüdischen Menschen wurden gejagt, geschlagen und verhaftet.

Heute wissen wir, was geschah!
Und wir haben uns entschieden nicht zu vergessen und uns zu wehren, damit sich solche Zustände nicht wiederholen.

Wir wollen in einer solidarischen Gesellschaft leben. 
Die Grundlagen dazu sind gefährdet.

• Der zunehmende Sozialabbau vertieft die gesellschaftliche Spaltung immer offensichtlicher. Auf der anderen Seite steht ein zunehmend aufgeblähter Rüstungshaushalt. Die Bundeswehr ist seit Jahren in weltweiten Kriegseinsätzen beteiligt. Wenn von Fluchtursachen gesprochen wird, muss auch von den Kriegseinsätzen mit Beteiligung der Bundeswehr gesprochen werden!

• Seit Jahren erleben wir, wie durch zunehmende sprachliche Verrohung, Hetze in den sozialen Medien rechte Gesinnung bis in die Mitte der Gesellschaft vordringt. Die offen rassistische Partei AfD bestimmt inzwischen die politischen Themen in diesem Land. Rechte Gewalt zieht spätestens seit 1980 eine Blutspur durch das Land. 

• Es ist unfassbar, wenn der Innenminister der Bundesrepublik Verständnis äußert zu den pogromartigen Aufmärschen der Nazis in Chemnitz.
• Es ist unfassbar, wenn er mit zynischen Bemerkungen seine Freude über Abschiebungen äußert.
• Es ist unfassbar, mit welch gleichgültiger Brutalität die Seenotrettung kriminalisiert wird.
• Es ist unfassbar, wie rechte Gewalt durch die Politik, durch die Justiz, durch die zuständigen Ämter bagatellisiert wird.

Faschismus ist keine Meinung – Faschismus ist ein Verbrechen!

Wir wollen in einer solidarischen Gesellschaft friedlich und in Frieden leben!

Was geschehen ist, darf nie wieder geschehen!

Deswegen demonstrieren wir am 10. November für eine solidarische Gesellschaft und gegen rechte Hetze und Gewalt.

10. November 2018. Treffpunkt: 13:00 Uhr Bahnhofsvorplatz Hauptbahnhof, Döppersberg 37, 42103 Wuppertal


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