Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

#Quito, #Ecuador: Unser Leben vor ihren Profit! Nieder mit dem paquetazo, der Regierung, Kapital und dem Staat!

Ecuador. Hier ist die Übersetzung eines Flugblatts, das von Genoss*innen in der Stadt Quito, Ecuador, während einer Demonstration am 8. Juni gegen die wirtschaftlichen und repressiven Maßnahmen der Regierung von Lenin Moreno und seiner Gesellschaft angesichts der dort herrschenden „Coronavirus-Krise“ verteilt wurde.

Ursprünglich von Proletarios Revolucionarios veröffentlicht. Übersetzt von Enough 14.

UNSER LEBEN VOR IHREN PROFIT!
NIEDER MIT DEM PAQUETAZO,
DIE REGIERUNG, KAPITAL UND DEM STAAT!

  • Der neue „paquetazo“ der Regierung von Moreno- Roldán-Martínez-Romo-Jarrín bereichert die Geschäftsleute und ihre Politiker*innen nur noch mehr, während er die Arbeiter*innenklasse (zu der die informellen Arbeiter*innen und die Erwerbslosen gehören) noch mehr verarmt. Das heißt, sie verstärkt unsere Ausbeutung und unser Elend. Aus diesem Grund gehen wir aus Protest auf die Straße.
  • Wenn Menschen krank werden und sterben, ist es nicht die Schuld der Bevölkerung, sondern dieser Regierung und den Handelskammern, die uns mit ihren Maßnahmen zum Schutz ihrer Profite dazu zwingen, auf die Straße zu gehen, um zu arbeiten und zu protestieren, und dabei unser Leben riskieren. Sie nehmen uns alles weg: Arbeit, Gesundheit, Wohnung, Bildung usw. Sie nehmen uns auch unsere Angst, bis sie auf die andere soziale Seite wechselt.
  • Dies ist nicht die „Coronavirus-Krise“. Es ist die Krise des Kapitalismus. Die gegenwärtige Wirtschafts- und Gesundheitskrise hat nicht mehr getan, als diese alte und rohe Wahrheit zu verkünden: Der Kapitalismus tötet die Ausgebeuteten und Unterdrückten, die Proletarier*innen, aber rettet die Reichen und Mächtigen, die Bourgeoisie. Die sozialen Klassen existieren. Es gibt auch den Klassenkampf, und in der Tat ist er das, was die Geschichte und diese Gesellschaft bewegt.
  • Nicht zufrieden mit ihrem „Gesetz der humanitären Hilfe“ für sie und der neu entdeckten Sklaverei für uns, verabschiedete diese Regierung kürzlich ein weiteres Gesetz, das es den Streitkräften und der Polizei erlaubt, tödliche Waffen zur Unterdrückung sozialer Proteste einzusetzen, was sie als „progressive Gewaltanwendung“ bezeichnen. Das heißt, sie haben sich nicht damit begnügt, uns mit dem Coronavirus, dem Hunger und der Isolation zu töten, sondern sie wollen uns jetzt auch mit Kugeln töten, wenn wir protestieren. Dies ist kein „Faschismus“ und auch keine „falsche Demokratie“. Dies ist Demokratie, ohne Anführungszeichen: In der Tat, denn in Wirklichkeit ist Demokratie die Diktatur der Reichen über die Armen, der Bourgeoisie über das Proletariat. Der größte einzelne Terrorist ist der Staat.
  • Obwohl die jüngsten öffentlichen Korruptionsskandale (über überhöhte Preise) seitens eines Teils der hochrangigen Funktionäre dieser Regierung empörend und abstoßend sind, liegt das Problem nicht in der Korruption. Das Problem ist der Kapitalismus, ein System, das auf der Enteignung der materiellen Lebensgrundlagen der großen Mehrheit der Bevölkerung beruht, damit eine Minderheit von Eigentümer*innen und Geschäftsleuten ihre Arbeitskraft ausbeuten und durch die Produktion und den Verkauf von Waren Kapital akkumulieren kann. Die Korruption ist nur ein sekundärer Mechanismus der Kapitalakkumulation. Ob „lizenziert“ oder „illegal“, die Bereicherung basiert auf Ausbeutung.
  • Die Institutionen, Gesetze und Wahlen sind Erfindungen und Waffen der Reichen und Mächtigen, um ihre Macht über uns, die Ausgebeuteten und Unterdrückten, zu erhalten und zu legitimieren. Deshalb geht es nicht darum, für die Anerkennung der „Verfassungswidrigkeit“ dieses oder jenes Gesetzes zu kämpfen, auch nicht für eine „Regierung des Volkes“, denn das ist nur ihr Spiel auf ihrem Gebiet und gibt ihnen mehr Macht. Deshalb sollten wir aufhören, für jene Krümel des kapitalistischen Staates zu kämpfen, die als „demokratische Rechte“ bezeichnet werden. Kämpfen wir dafür, uns wieder anzueignen und alles, was existiert, gemeinsam zu nutzen, denn wir, die Arbeiter*innen, haben alles produziert, und deshalb sollte alles uns gehören, für alle, ohne die Notwendigkeit von Chefs, Vertreter*innen oder Partei- oder Gewerkschaftsvermittler*innen. Die Emanzipation der Arbeiter*innen wird die Aufgabe der Arbeiter*innen selbst sein. Mit Selbstorganisation, gegenseitiger Hilfe und direkter Aktion.
  • Minneapolis und die ganzen USA stehen in Flammen. Der proletarische Aufstand explodiert in den Eingeweiden der großen Bestie der Welt. Seine Zünder sind Polizeigewalt und Rassismus. Aber ihre Ursachen sind der Kapitalismus und die Klassengesellschaft. Deshalb ist es zur Abschaffung von Rassismus und Polizeigewalt notwendig, den Kapitalismus und die Klassengesellschaft abzuschaffen, dort und in der ganzen Welt. Die USA sind nicht das einzige Land, in dem das Proletariat aller „Rassen“, Nationalitäten, Geschlechter und Altersgruppen auf die Straße zurückgekehrt ist, um zu rebellieren: Es gibt auch starke Proteste in England, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Hongkong, Mexiko, Honduras, Brasilien, Chile… denn wir Proletarier*innen haben kein Land, und so wie die Pandemie des Kapitals übertragen wird, so wird auch die soziale Revolte übertragen. Das ist zwar notwendig, reicht aber nicht aus: Um allen Übeln, die heute die Menschheit und die Natur heimsuchen, ein Ende zu setzen, muss die Revolte sich selbst kritisieren und überwinden, um sich in eine weltweite soziale Revolution zu verwandeln. Denn nur so kann der gegenwärtigen kapitalistischen Katastrophe, die uns tötet, ein Ende gesetzt und das Leben auf neuen Fundamenten neu aufgebaut werden.

KAPITALISMUS TÖTET: LASST UNS DEN KAPITALISMUS TÖTEN!
SELBSTORGANISATION, GEGENSEITIGE HILFE UND DIREKTE AKTION!
AUFSTAND UND REVOLUTION!
KOMMUNISMUS ODER AUSROTTUNG!

Einige wütende Proletarier*innen aus der ecuadorianischen Region für die weltweite kommunistische und anarchische Revolution proletarioscabreados@riseup.net

Quito, 8. Juni 2020



Enough 14: Unterstützt unsere Arbeit!

Enough 14: Unterstützt unsere Arbeit! Unterstützt unsere unabhängige Berichterstattung und Info-Café. Gerade jetzt braucht das Enough Info-Café eure Unterstürzung um die laufende Kosten finanzieren zu können.

€1,00


Wir haben zwei Solidaritäts-T-Shirts (Bilder unten) für das Enough Info-Café entworfen. Ihr könnt die Enough Info-Café-Solidaritäts-T-Shirts hier bestellen: https://enoughisenough14.org/product/t-shirt-wir-werden-nicht-zur-normalitat-zuruckkehren-schwarz/ und https://enoughisenough14.org/product/t-shirt-wir-sind-ein-bild-aus-der-zukunft-schwarz/

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.