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Leipzig: Sommer der Besetzungen – Ein Aufruf von LeipzigBesetzen

Leipzig. In zahlreichen Städten, wie Dresden, Weimar, Berlin, Essen und Bremen, ist es im Laufe des letzten Jahres zu neuen Besetzungen gekommen. Wir finden das ziemlich klasse! Deshalb: bringt euch ein in den Sommer der Besetzungen! Wir selbst wollen neue Aktionen starten und die Erfolge der Luwi71 ausbauen. Wir wollen euch einladen, es den Immobilienhaien schwierig zu machen, in Leipzig weiter Spekulation, Miet-Abzocke sowie den Neubau von Eigentumswohnungen und Luxussanierungen zu betreiben. Lasst uns gemeinsam eine Stadt für alle und solidarische Kieze durch direkte Aktionen durchsetzen!

Ursprüngluch veröffentlicht von Indymedia DE.

Vergangenes Jahr wurden in Leipzig die Ludwigstraße 71 und die Bornaische Straße 34 besetzt sowie mehrere Häuser scheinbesetzt – unter anderem ein Haus in der Neustädter Straße, mehrere Häuser im Westen Leipzigs und die Bornaische Straße 68. Wir haben mit der direkten Aktion Widerstand gegen die herrschende Wohnungspolitik geleistet. Es wurde im Fall der Luwi71, wenn auch nur kurzfristig, ein unkommerzieller Raum geschaffen. Unsere Besetzung hat eine breite Öffentlichkeit erreicht und war für viele Tage Gesprächsthema in unseren Kiezen und der Presse. Viele Menschen haben durch ihren Support und ihre Aktionen ihre Wut auf die Miet-Zustände in Leipzig auf die Straße gebracht. Auch die Polizei hat durch Räumungen und Großeinsätze gezeigt, für wen sie arbeiten: nicht für die Menschen, sondern für das Gesetz und das Kapital in Form der Durchsetzung der Interessen der Eigentümer*innen. 

Wir haben gesehen, dass linke Politik auch im Jahr 2020 selbstbewusst und handlungsfähig sein konnte. Wir haben gesehen, dass durch all diese Handlungen der öffentliche Diskurs maßgeblich beeinflusst werden konnte. Außerdem hat sich gezeigt, dass viele Menschen in Leipzig Aktionen unterstützten, tage- und nächtelang aus Solidarität vor der Luwi71 kampierten, eigene Besetzungen organisierten, auf den Tag X Demos aktiv waren oder sich einfach nur klammheimlich freuten. Hausbesetzungen sind also auch in der heutigen Zeit ein effektives politisches Mittel, um gegen den Mietenwahnsinn und Gentrifizierung zu protestieren – auch in Leipzig. Außerdem: wie sonst soll man damit umgehen, dass Monat für Monat immer mehr subkulturelle Zentren Stress bekommen, dicht machen oder geräumt werden, wie im Fall der Berliner Meuterei, der Liebig34 oder der Rigaer94? 

Aber in zahlreichen Städten, wie Dresden, Weimar, Berlin, Essen und Bremen, ist es im Laufe des letzten Jahres zu neuen Besetzungen gekommen. Wir finden das ziemlich klasse! Deshalb: bringt euch ein in den Sommer der Besetzungen! Wir selbst wollen neue Aktionen starten und die Erfolge der Luwi71 ausbauen. Wir wollen euch einladen, es den Immobilienhaien schwierig zu machen, in Leipzig weiter Spekulation, Miet-Abzocke sowie den Neubau von Eigentumswohnungen und Luxussanierungen zu betreiben. Lasst uns gemeinsam eine Stadt für alle und solidarische Kieze durch direkte Aktionen durchsetzen!

LeipzigBesetzen versteht sich als Plattform für alle Gruppen in Leipzig, welche Aktionen gegen den Mietenwahnsinn, Wohnungsleerstand usw. durchführen wollen. Gerne stellen wir euch auch unsere Reichweite in Form unseres Twitter-Accounts und Presseverteilers zur Verfügung. Natürlich müsst Ihr in diesem Kontext nicht in unserer Gruppe aktiv werden – gründet Eure eigenen und führt Eure eigenen Aktionen durch! Wir supporten dabei gerne.

Dieser Sommer soll geprägt davon sein, dass durch dezentrale und koordinierte Aktionen auf die gentrifizierte Wohn- und Lebenssituation in unseren Kiezen aufmerksam gemacht wird und neue Freiräume erstritten werden! Nun noch kurz ein paar Zeilen zu Repressionen und Besetzungen. Rechtlich betrachtet begeht Mensch eine Straftat: die des Hausfriedensbruches. Dieser wird in der Regel mit Geldstrafen/Sozialstunden geahndet und häufiger noch: das Verfahren wird eingestellt. Noch effektiver ist es natürlich, wenn man sich von den Cops nicht erwischen lässt 😉

Wir rufen hier natürlich niemanden dazu auf, Straftaten zu begehen, finden Besetzungen jedoch extrem charmant. Abschließend haben wir euch ein kurzes „How-To: Hausbesetzung“ vorbereitet. Diese beinhalten unserer Einschätzung nach die wichtigsten Punkte, die es zu beachten gilt. Des weiteren haben wir euch einen umfangreicheren Reader von Genoss*innen aus Berlin verlinkt. Falls Ihr Kontakt zu uns aufnehmen wollt, dann könnt Ihr uns unter leipzigbesetzen@riseup.net schreiben. Unseren pgp-key findet Ihr auf unserem Blog (www.leipzigbesetzen.noblogs.org) bzw. erhaltet Ihr ihn auf Anfrage per Mail. 

How-To: Haus besetzen in 10 Schritten

1. Freund*innen, Genoss*innen, Arbeitskolleg*innen und Mitschüler*innen ansprechen; Vernetzung starten/organisieren.

2. Durch die Straßen gehen und (ein) leerstehendes Haus aussuchen. 

3. Das infrage kommende Hausbesichtigen (marodes Dach/Treppenhaus, Schimmel/feuchte Stellen,sanitäre Anlagen, Elektrizität, …) und schauen, dass keine anderen Menschen darin leben. 

4. Einen Termin für die Besetzung aussuchen. 

5. Transpis malen, evtl. Texte und Pressemitteilungen vorbereiten, dafür sorgen, dass am Tag der Besetzung eine breite Öffentlichkeit dahinter steht/davon mitbekommt, sodass diese supporten kann.

6. Online oder in kleinen Läden bereits registrierte Sim-Karten und billige Handys, um kommunizieren zu können,sowie eventuell eine Kamera besorgen, um Fortschritte im und um das Haus zu dokumentieren.

7. Schlafzeug, Hygienebedarf, Erste-Hilfe-Zeug, Kerzen, Werkzeug (Säge, Hammer, Schraubendreher), gegebenenfalls Verbarrikadierungsmaterial (Nägel, Schrauben, Holzplatten, Gitter) und ein bisschen Essen sowie Wasser sollten im Haus nicht fehlen.

8. Haus betreten, verbarrikadieren, für Sichtschutz und Vermummungsmaterial sorgen, die Transpis raushängen unddie Besetzung öffentlich machen!

9. Auf Unterstützungwarten, sich über Support freuen und wie er den Cops das Leben schwer macht.Versuchen, das Haus zu halten!

10. Ein neuer Freiraum ist entstanden. Besetzt-Mal-Reader:https://besetzen.noblogs.org/files/2019/01/besetzmalreader.pdf 

Bringt euch ein in den Sommer der Besetzungen! Organisiert euch! Startet Aktionen, informiert Nachbar*innen über die Wohnungssituation, werdet (gemeinsam) aktiv,…! Nehmen wir uns das, was uns zusteht!  

Solidarische Grüße,

LeipzigBesetzen


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