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Berlin: Analyse, Taktiken & Tips – Dont wait until it’s too late

Berlin. Für den 15.Mai rufen Køpi und Rigaer94 zur “Don’t wait until it’s too late” Demo am Gendarmenmarkt auf.

Ursprünglich veröffentlicht von Squat Net.

Es soll eine kraftvolle und dynamische Demo werden, die nicht erst auf den nächsten Räumungstermin wartet. In den letzten Jahren gab es viele Auswertungen und Analysen unserer Demos, das reichte für einige erfolgreiche gute Versuche aus eingefahrenem Verhalten auszubrechen und ein wenig Aktionsraum zurückzuerlangen. Wir erhoffen uns von unseren Demos meist noch etwas anderes als gesehen und gehört zu werden, oder etwas zu blockieren. Natürlich geht es dabei darum gemeinsame Moment zu schaffen, Momente in denen wir auf den Straßen zusammenkommen, Momente in denen wir die Normalität aufbrechen und die Massenträgheit und gesellschaftlichen Zügel überwinden können. Momente in denen wir unsere gemeinsame Stärke erkennen und erleben können. Nicht als Event sondern mit dem Ziel einen Augenblick zu schaffen der uns verbindet mit anderen Zeitpunkten radikaler Praxis und auf diese aufbaut. Augenblicke aus denen eine Dynamik wachsen kann, in der es möglich ist sich auch spontan anzuschließen, sich auszuprobieren und Erfahrung zu sammeln. Damit wir uns damit nicht in den eigenen Hinterhalt locken ist es unabdingbar unsere Vorgehensweisen immer wieder zu überdenken und anzupassen und aus eingefahrenen Ansätze und Verhaltensweisen auszubrechen. Als Grundlage haben wir hier einige Analysen und Vorschläge zusammengefasst.

Gruppen nicht Reihen
Die letzten Demos haben uns bestätigt, starre Reihen sind nicht sinnvoll in einer dynamischen Demo. Sie hindern alle daran schnell nach vorne oder hinten zu kommen, außer Cops, denn die kommen von der Seite. Dafür ist es oft sinnvoller, an den Seiten der Demo hintereinander als Kette zu laufen um so die Demo seitlich zu schützen. Auch Ketten machen erst Sinn wenn es eine statische Bedrohung von aussen gibt, ohne freie Arme ist es schwer sich und die Nächste.n zu schützen und Positionen zu tauschen. Auch ein Spalier lässt sich leichter verdrängen und die Ganzheit der Straße schneller einnehmen wenn wir als Gruppen frei fliessen können. Auch können wir aus anderen Ländern lernen, dass es sicherer ist sich am Hosenbund fetszuhalten anstatt an den Armen einzuhaken.

Die Straßen gehören uns – die ganze Straße
Die Gehsteige mit einzunehmen macht auch als größere Gruppe Sinn. Setzen die Cops ein Spalier an, lässt sich das wohl am ehesten aufbrechen wenn auf der “anderen” Seite genausoviele Menschen sind und auch von aussen auf die Cops einwirken. Wenn es kein Spalier gibt verhindert es, dass Cops gut beobachten können wer sich wie bewegt und was passiert.
Damit wir die Dynamik selbst bestimmen können wird es nur am Anfang und am Ende den Lauti geben. Fahrräder halten wir in der Demo nicht für sinnvoll. Bitte lasst sie irgendwo in der Nähe stehn. Sie stören auch an der Seite wenn sie wie ein Spalier mitlaufen und hinten halten sie die letzte Reihe auf. Gleiches gilt für Kinderwägen. Bitte überlegt euch ob die Demo ein guter Ort sein kann, für kleine Kinder die sich nicht selbst aussuchen können was sie tun und in welche Situation sie sich begeben.

Aufeinander achten – Miteinander stark sein
Wenn wir unsere gemeinsame Stärke ausspielen, können wir im Besten Fall verhindern, dass Menschen festgenommen werden. Dazu ist es wichtig Personen die gerade zu viel Aufmerksamkeit der Cops haben, in die Massen verschwinden zu lassen und sie nicht aussen zu blockieren oder vor ihnen wegzulaufen. Menschen die sich umziehen wollen oder etwas vorbereiten können wir decken, dazu hilft es auch eigene Seitentranspis mitzubringen. Wenn wir die Augen für die Menschen um uns herum offen halten können wir auch vermeiden, dass sie eine wichtige Info nicht erreicht, sie einen Knüppel gegen den Kopf bekommen, sie gegen einen Poller laufen oder niemand mitbekommt, dass sie etwas brauchen. Es kann immer Momente geben in denen wir uns lieber verdrücken wollen. Gerade dann ist es aber wichtig nicht einfach wegzulaufen, fast immer macht es mehr Sinn zusammenzubleiben und die Ruhe zu bewahren. Wenn es etwas unübersichtlich wird, hilft durchatmen weit mehr als in Panik zu verfallen, dabei können wir auch anderen helfen. Auch zum Zeitpunkt der Auflösung ist es gut langsam zu verschwinden. Natürlich gibt es Situationen in denen rennen Sinn macht – aber auch da ist es wichtig nicht andere zurückzulassen oder über einen Haufen zu laufen!
Es macht Sinn sich mit einer Bezugsgruppe zu bewegen, also Leuten die ich schon kenne, mit denen ich im besten Fall schon Erfahrungen gesammelt habe, aber aufjedenfall schon gesprochen habe. Was machen wir gerne, Womit haben wir Probleme, welche Bedürfnisse gibt es, wie behalten wir einander im Auge – im Raum aber auch emotional – Was gibts zu tun und wer kümmert sich um was wenn eine Person in die Gefangenensammelstelle kommt oder in U-Haft, Was gibt es auf der Demo und drumherum zu tun, was wollen wir dort
Wenn du alleine kommst macht es trotzdem Sinn mit Menschen in der Demo zu sprechen , vlt hast du manche ja schon öfter gesehen.

Die Demo ist was du draus machst
Damit während der Demo irgendwo etwas passiert, muss es jemand tun.
Es sind alle eingeladen sich vorher zu überlegen, was sie sich auf einer Demo wünschen und sich Gedanken zu machen wie es dazu kommen kann. Also vorher die Route anschaun und überlegen:
Wie und wo ihr in die Demo kommen wollt. Der Startpunkt ist recht groß und hat viele Zugänge, trotzdem sind dort wohl Vorkontrollen und die Copdichte am höchsten.
Was gibt es spannendes auf der Route und in der Nähe der Route?
Ausbrüche aus der Demo können für Schwung sorgen und die Situation unkontrollierbar machen. Wenn etwas ausserhalb passiert stresst es Cops und kann das Spalier aufbrechen, es ist zumindest motivierend. Welche Stellen könnten ein Problem für uns sein und was wäre da sinnvoll, was können wir dort tun? Auf dieser Route wird es wenig andere Menschen geben, dennoch ists sinnvoll zu flyern, kleben, sprühen.. Wo wollt ihr die Demo verlassen?
Zum Schluss ist es wichtig nicht ewig zu warten und einen Plan zu haben für die Abreise. Geht am besten nicht alleine, sprintet nicht einfach los um keine Panik auszulösen und alle Aufmerksamkeit auf euch zu ziehn. Achtet darauf wo ihr hingeht, warscheinlich wollt ihr nicht gleich in die nächsten Kameras laufen und auch nicht in die nächste UBahn.

Repression
Wenn ihr im Rahmen der Demo Repression erlebt, meldet euch bei interkiezionale [at] riseup [dot] net, damit wir euch unterstützen können und im Nachhinein wissen wie es auf der Demo für euch lief. Seht ihr Festnahmen oder werdet selber länger festgehalten, meldet euch beim EA unter 030 69 22222. Bitte nur Namen und Kontext angeben. Es wird einen durchgehenden GESA Support geben, erreichbar unter: +49157-82306155. Berliner Cops versuchen meist auf Kontakt zu bleiben, schlagen gerne zu und pfeffern. Es wird vermehrt gefilmt und wenn etwas passiert versuchen sie Videomaterial von umliegenden privaten Überwachungskameras zu bekommen. Das Videomaterial wird mitunter live ausgewertet um Menschen gleich oder nach der Demo festnehmen zu können. Achtet wie immer auf eure Kleidung und vergesst nicht die Wechselklamotten!

Sanitärlage
Sollte zum Zeitpunkt der Demo Ausgangssperre herschen bedenkt folgendes:
Der Weg von und zur Demo ist rechtlich geschützt, das heißt ihr könnt es bei einer Kontrolle angeben. Genauso dürft ihr natürlich zur nächsten Notapotheke oder ins Krankenhaus.

Damit es bei einer dynamischen Demo zu den Momenten kommen kann die wir uns alle wünschen

Eigenverantwortung, Solidarität & Achtsamkeit

Rigaer94
Rigaerstrasse 94, Berlin
https://squ.at/r/49pd
https://squ.at/r/5fm
https://rigaer94.squat.net/


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