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Eine Woche A20 Camp – Moor bleibt Moor

Seit dem 17. 5. 2021 existiert in Garnholt bei Wiefelstede im Ammerland ein Protestcamp mit Mahnwache gegen den Bau der Autobahn A20. Diese soll u. A. die Garnholter Büsche sowie Moorgebiete in Norddeutschland zerschneiden. Das Camp stellt sich ausdrücklich gegen eine völlig unnötige weitere Autobahn sowie gegen Naturzerstörung in Zeiten der Klimakrise.

Ursprünglich veröffentlicht von Indymedia DE.

Eine Woche Moorbesetzung.

Aus Wald wurde Wiese. Aus Baumhaus wurde Zelt. Am 21. 5. 2021 kam ein Bescheid vom Landratsamt, dass es uns aus “baurechtlichen Gründen” vom Land haben möchte. Dass das vorgeschoben und billig ist, darin sind wir uns alle einig. Auch einig sind wir uns darin, dass der werte Herr Oberipfel vom Land, Graf von und zu Bensberg, damit nicht durch kommen wird und mit der Sache auch eigentlich überhaupt nichts zu tun hat. Die Majestät hat dem Ordnungsamt die Zuständigkeit eigenmächtig entzogen. Jetzt gäbe es nur noch den Sheriff und uns. Und die Cops natürlich. Ein Schreibtisch-Sheriff macht sich ja nicht selbst die Hände schmutzig. Wie schade eigentlich, wir würden die Hoheit gerne mal bei uns im Matsch empfangen. Unter der Plane ist es auch trocken. Windig und matschig ist es sonst  überall, aber so ist das mit der echten Welt. Die hat auch mal schiet Wetter. Hier im Norden gehört das zum Glück noch zur Allgemeinbildung, die Landschaft wird Landrat Bensberg aber wohl vor allem aus dem Fenster kennen. Wo wir gerade bei dem Thema sind: von welchen “Bauwerken” sprechen Sie eigentlich, wenn Sie mit dem Baurecht argumentieren?

Wie dem auch sei, genug über alte weiße cis-dyn-Männer in hierarchischen Positionen gesprochen. Zurück zur Sache. Wir haben uns mehrfach anwaltlich bestätigen lassen, dass es sich hierbei eigentlich nur um schmutzigen Papierkrieg zur Zermürbung a.k.a. Repression handelt – nicht nur gegen uns, in diesem Fall vor allem gegen den solidarischen Landwirt, der uns auf seinem Grundstück duldet. Aber das wird nichts helfen. Wir sind weit schlimmeres gewohnt. Dafür sind wir zu viele und zu gut vernetzt. Für jedes Aktivisti im Baum sind 5 auf dem Boden. Und für jedes Aktivisti vor Ort sind 10 im Hintergrund aktiv. Wir sind eine Bewegung. Wir sind die Menschen, die sich gegen den Diebstahl ihrer Zukunft wehren. Wir sind die Natur, die sich selbst verteidigt!

Es ist klar, das Camp im Moor wird bestehen bis die A20 weg ist!

Weitere Supporti und Aktivisti sind im Camp jederzeit willkommen.

Es gibt viel zu tun, egal ob Pressearbeit, Struktur und weiterer Ausbau des Camps, Support, Kochen für die Aktivisti in der Küfa oder das Campen selbst in der Mahnwache, es gibt unabhängig von eurem Aktionslevel und eurer Erfahrung sicher immer etwas Passendes.

Mehr Informationen: https://www.a20camp.de/


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