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Hamburg: Bericht von der Rigaer 94 Soli-Demo

Hamburg. Kleiner Erlebnisbericht von der Rigaer 94 Solidemo am 25.06. in Hamburg.

Ursprünglich veröffentlicht von Indymedia DE (Tor-Adresse).

Nach dem jüngsten Angriff auf die Rigaer 94, dem Senat und selbsternannter „Eigentümer“ nach eigener Aussage weitere folgen lassen wollen, folgte der Aufruf zu einer Demo in Solidarität mit der Rigaer in Hamburg.

Startpunkt der Demo war der nahe bei den ehemals besetzten Hafenstraße-Häusern gelegene Park Fiction, die Route verlief dann durch St.Pauli und das Schanzenviertel bis zur Roten Flora, wo sie sich dann auflöste.

Sorgen bezüglich des Startpunktes, welcher doch recht leicht kesselbar ist, erwiesen sich als unbegründet, die Cops schienen kein Interesse an einer frühen Eskalation zu haben.

Schon auf den ersten Metern kam sofort eine gute Stimmung auf, viele Kiezbewohner*innen zeigten sich solidarisch oder zumindest interessiert, die Demo war von Anfang an sehr laut und erste Pyros verbesserten die Stimmung natürlich zusätzlich.

Die Bullerei hielt sich weiterhin größtenteils zurück, das BFE positionierte sich lediglich, mackerhaft wie eh und je, auf der Reeperbahn und immer wieder wurde von der Seite gefilmt.

Anders als bei manch anderen Demos flaute die gute Stimmung jedoch hier nicht ab, und die Demo erreichte laut, wütend und mit einer guten Menge Pyro den Arrivati-Park, wo sie sich mit der parallel stattfindenen Kundgebung gegen das Gentrifizierungs-Prestigeobjekt „Paulihaus“ solidarisierte.

Der Rest der Strecke durchs Schulterblatt war weiterhin stark und laut, und mutigen Menschen gelang es sogar im Schutze der Demo die Fassade des luxussanierten Hauses Schulterblatt 1, dass den konsumverherrlichenden Yuppieladen „Kauf Dich Glücklich“ beherbergt, zu verschönern.

Abschließend lässt sich sagen, dass es zwar nicht gelungen ist eine autonome Zone in Hamburg zu schaffen (muss dringend nachgeholt werden ;-)), aber immerhin eine starke, selbstbestimmte Demo stattfinden konnte.

Sehr positiv zu sehen war auch, dass der Frontblock sich mit Regenschirmen vor Kameras und Bullenangriffen schützte, eine Taktik die sich zum Glück langsam auch hier zu verbreiten scheint :-), und aus der es möglich ist, trotz Kamera, Gesichterkennung und anderer dystopischer Überwachungsmitteln, selbstbestimmten Protest unter Minimierung der Repressionsgefahr auszuführen.

Leider kam es im Nachgang der Demo zu mindestens einer Festnahme, näheres ist dazu leider nicht bekannt, sollte es unliebsame Post oder andere nachträgliche Repressionen geben ist die Rote Hilfe eine gute Adresse, allen Menschen die die Festnahme mitbekommen haben, wäre ans Herz zu legen vorsichtshalber ein Gedächnisprotokoll anzufertigen

Was auch etwas störend war, war die kurzzeitig gerufene Parole „Ein Ast, ein Strick, ein Bullengenick“, eine absolut unnötige Verbalmilitanz, die trotz allem berechtigten Hass auf die uniformierte Schlägerbande von Staat und Kapital einfach zu weit geht und auf einem emanzipatorischen, antifakapitalistischen Protest einfach nichts verloren hat!

Abschließend nochmal ein großes DANKE an die Organisator*innen dieser Demo und an die 300 solidarischen Teilnehmer*innen! Auf mehr selbstbestimmten Protest auf Hamburgs Straßen! Hoch die Interkiezionale Solidarität, ob Berlin, Leipzig, Hamburg, wir bleiben alle!


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