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Repression bei der Demonstration gegen den Covidpass – „Gegen den Zwangspass, gegen Rechtsextremismus“ [Genf, Schweiz]

Genf. Schweiz. Am 1. Oktober um 18.00 Uhr wurde vor der Uni Mail in Genf zu einer Demonstration gegen den Covidpass aufgerufen. Auf dem Fronttranspi war zu lesen: „Gegen den Zwangspass, gegen Rechtsextremismus“. Ein klarer Slogan für einen Moment der Mobilisierung nach dem von mehreren Kultur- und Begegnungsstätten initiierten Streiktag gegen den Covidpass. Keine Nazis auf den Straßen, aber Dutzende von Bullen, mit allem, was an repressiver Ausrüstung zur Verfügung steht. Zu diesem Zeitpunkt haben wir keinen Überblick, um die Stärke der beteiligten Kräfte zu beschreiben, aber wir zählten etwa zehn Wannen, die gleiche Anzahl von Motorradbullen und mindestens hundert Bereitschaftsbullen.

Ursprünglich veröffentlicht von Renverse Co. Übersetzt von Riot Turtle.

Die Demonstration, an der etwa 600 Personen teilnahmen, zog ohne Zusammenstöße von der Uni Mail bis zur Rue des Terreaux du Temple, bis sie gestoppt und dann für mehr als zwei Stunden gekesselt wurde. Die Polizei verlangte mehrmals, dass die Demonstrant*innen ihre Ausweise vorzeigen, aber ein großer Teil der geduldigen und vereinten Menge zog es vor, sich dieser Anordnung bis zum Ende zu widersetzen. Die Polizei verzichtete schließlich auf die Anordnung und ließ die glückliche Menge frei, die sich zu den etwa hundert Menschen gesellen konnte, die sich zur Unterstützung auf der Coulouvrenière-Brücke versammelt hatten. Ein weiterer Sieg für diejenigen, die bei einer Demonstration Schulter an Schulter stehen.

Die Bullen, die wahrscheinlich sehr unglücklich darüber waren, dass sie während der Patt-Situation nachgeben mussten, drängten die Demonstration gewaltsam auf der Coulouvrenière-Brücke zurück, bis sich alle zerstreuten.

Die Genfer Antirepressionsgruppe will keine Bewertung dieser Demonstration abgeben, bestätigt aber, dass vor Beginn der Demonstration und am Ende der Patt-Situation Kontrollen durchgeführt wurden. Es bleibt abzuwarten, ob es zu Festnahmen kam, aber wir können bereits sagen, dass mindestens eine Person durch einen Schlagstock verletzt und von der Polizei brutal aus der Demonstration herausgezogen wurde. Wir hoffen, dass er/sie ins Krankenhaus gebracht wurde und dass es ihm gut geht. Falls jemand diese Person kennt, bitten wir euch, ihn/sie über unsere Mail -> antirep-ge@riseup.net mit uns in Verbindung zu setzen.

Im Allgemeinen bitten wir euch, uns zu kontaktieren, wenn :

  • Du Opfer oder Zeuge von Polizeiübergriffen geworden bist
  • Du während oder im Umfeld der Demonstration verhaftet wurdest
  • Du während oder im Umfeld der Demonstration kontrolliert wurdest
  • Wenn du jemanden kennst, der verhaftet wurde

Es ist möglich, dass in den nächsten Wochen einige Personen von der Polizei vorgeladen werden und/oder eine Strafanzeige erhalten. Wenn deine Identität festgestellt wurde, raten wir dir, deine Post zu überprüfen und uns so schnell wie möglich zu kontaktieren, wenn du eine böse Überraschung erlebst.


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