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Rigaer 94: Erstes Statement zur Razzia vom 06. Oktober 2021 [Berlin]

Berlin. Heute früh, am 06.10.2021 um 7:00 Uhr, stürmten die Berliner Bullen unsere politische Struktur und unseren Lebensraum, die Rigaer94; bewaffnet, aber mit den Zeichen unseres Widerstandes vom 17. Juli auf ihren schmutzigen Uniformen und Schildern. Wieder einmal erfüllen die Diener*innen des Staates ihre Befehle, dem Kapital zu gehorchen. So dient der Staat der Aufrechterhaltung der kapitalistischen Ordnung mit dem Ziel, noch mehr Profit aus den Menschen und ihrem Wohnraum zu quetschen und ihre Macht über jegliches Leben auszudehnen. Mit dem Ziel, jedes Individuum, welches nicht in ihre Pläne einer kapitalistischen, rassistischen und patriarchalen Gesellschaft passt, und jede politische Idee, die sich gegen dieses System stellt, zu unterdrücken. Es ist klar, dass die Berliner Bullen weiterhin mit der dubiosen Briefkastenfirma Lafone Investments Ltd. zusammenarbeiten, um die Befehle, die Rigaer94 loszuwerden und die Gentrifizierung im Friedrichshainer Nordkiez voranzutreiben, durchzusetzen – nachdem sie sich im Juni diesen Jahres erfolglos zurückziehen mussten.

Ursprünglich veröffentlicht von Rigaer 94.

Sie drangen in unseren Raum, das Gebäude, ein, indem sie ein Fenster im 1. Stock des Seitenflügels einhauten. Wieder einmal wurden unsere Türen zerstört. In einer verbarrikadierten Wohnung im 4.Stock des Vorderhauses blieb ihnen nicht anderes übrig, als den Putz abzuschlagen und die komplette Tür rauszureißen. Mit sich brachten sie den lächerlichen Wisch aka “Dursuchungsbeschluss”, laut dem alle Menschen, die sich zu diesem Zeitpunkt im Haus aufhielten, identifiziert werden sollten. Zusätzlich wurden mal wieder Zeichnungen von Grundrissen gemacht und nach baulichen Veränderungen gesucht. Der Beschluss basiert auf ASOG (Allgemeines Sicherheits- und Ordnungsgesetz). Dieses Gesetz macht es den Schweinen seit Jahren einfacher, politische Strukturen und Individuen zu razzen und zu schikanieren wann immer es ihnen passt. Laut dem Beschluss ist das Ziel der Durchsuchung die Vorbereitung von Räumungsklagen gegen alle besetzten Räume oder im Hinterhaus gemietete Wohnungen.

Jedoch gibt es keinen Zweifel, dass die Dursuchung angesetzt ist, um die rebellischen Strukturen eine Woche vor der Räumung des Köpi Wagenplatz zu schwächen. Rebellische Strukturen, die zusammen stehen und und sich gegen Staat und Kapital und die voranschreitende Gentrifizierung in unseren Kiezen wehren. Wir kennen es noch von 2020: wenige Monate vor der Räumung der Liebig34 razzten und belagerten die Schweine die Rigaer94 für mehrere Wochen. Ziel dieser Taktik ist es, uns zu zerfleischen und zu isolieren, unseren Widerstand und unsere Solidarität zueinander zu brechen.

Wir lassen uns nicht einschüchtern und wir werden nicht aufhören miteinander und füreinander zu kämpfen: egal ob Tag-X, davor oder danach. Wir stehen hinter der politischen, sozialen und emotionalen Entscheidung unsere Räume und Ideen zu verteidigen. Wir bleiben dabei, uns durch selbst-organisierte Orte und anti-hierarchische Beziehungen in unseren Strukturen, unseren Kiezen und unseren Straßen zu organisieren und zu unterstützen.

Gestern wurden alle Arbeiter*innen der Gorillaz die im Streik waren gefeuert und heute sind sie auf der Straße. Wir stehen hinter den Arbeiter*innen die gegen den Kapitalismus und die Macht kämpfen. Es handelt sich um einen Tag-X wenn unsere Strukturen und Ideen angegriffen werden, aber es interessiert uns nicht ob es eine Durchsuchung in der Rigaer 94 ist oder der Kampf der Arbeiter*innen der Gorillaz, die gestern gefeuert wurden. Zusammen kämpfen wir gegen Kapitalismus und jegliche Macht. Lasst uns heute am 6. Oktober auf die Straße gehen, um 13:00 Uhr Schönhauser Allee 180.

Wir rufen dazu auf die Tradition der offenen Treffen in Bezug zu Angriffen auf unsere Strukturen widerzubeleben und deshalb, heute um 18:00 Uhr zum Bethanien, New Yorck zu kommen.

Außerdem werden wir heute Abend die Türen der Ka(d)terschmiede um 20:00 Uhr öffnen, um zusammenzukommen und uns gegenseitig upzudaten.

Wir kämpfen wie geplant jeden Tag weiter, besonders in den nächsten Tagen des Kampfes um den Köpiplatz und allen anderen bedrohten Projekten und Ideen.

Demo: United in Anger – 09.10., 18:00 Uhr vom Dorfplatz vor der Liebig34, die vor einem Jahr geräumt wurde, bis zum Köpi-Wagenplatz.

Unterstützt den Aufruf vom Köpiplatz zu dezentralen Aktionen und die Tag-X Demo der Interkiezionale am 15.10. – Start 20:00 Uhr vom Zickenplatz, Kreuzberg

United we fight – wir bleiben unregierbar!

In Wut, Rigaer94


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