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#Bonn: Aktionserklärung zur Besetzung der ehemaligen iranischen Botschaft

Hinweis: Die auf unserem Blog veröffentlichten Artikel werden ausschließlich zur Dokumentation publiziert.

Reblogged von Institut für Anarchismusforschung – Agentur gegen Arbeit

Wir haben heute (08. März) die ehemalige iranische Botschaft in Bonn besetzt!

Diese Aktion soll ein Zeichen für Solidarität mit den emanzipatorischen Protesten im Iran setzen und gleichzeitig die Möglichkeit bieten, der neoliberalen Stadtpolitik in Bonn einen nicht-kommerziellen Raum der Begegnung und der Selbstverwaltung entgegenzusetzen.

Seit Monaten sind die Menschen im Iran wieder auf der Straße, um ein weiteres Mal gegen das iranische Regime zu protestieren. Sie tun dies trotz des Risikos auf Gefängnisstrafen, Folter oder Ermordung. Die Bandbreite der Gründe umfasst Kämpfe für gerechte Arbeitsverhältnisse, für die Freiheit von politischen Gefangenen, außerdem die Forderung nach geringeren Lebensmittelpreisen, Heizkosten und Mieten. Die Forderungen nach Veränderungen reichen von einer Demokratie nach westlichem Vorbild bis hin zu einer nicht kapitalistischen Gesellschaft.
Neben den progressiven Kräften beteiligen sich aber auch reaktionäre Interessensgruppen an den Protesten. So finden sich auch Anhänger*innen des Schahs darunter, die darauf hoffen, dass die aktuellen Machthaber durch ein anderes, autoritäres Regime ersetzt werden.

Das iranische Regime geht entschlossen gegen die Protestierenden vor: Laut der iranischen Regierung wurden seit Beginn der Proteste 3500 Regierungsgegner*innen eingesperrt. 50 mussten ihren Widerstand sogar mit dem Leben bezahlen. Aktivist*innen gehen von deutlich höheren Zahlen aus.

Wir haben Ort und Zeit bewusst gewählt, um uns am internationalen Frauenkampftag mit kämpfenden Frauen weltweit solidarisch zu zeigen. Eine lebenswerte Welt können wir uns nur im Sinne der radikalen Gleichberechtigung von allen Geschlechtern vorstellen. Die Besetzung der iranischen Botschaft soll als solidarischer Gruß an die mutigen Frauen im Iran gesendet werden, die sich gegen das repressive und patriarchale Regime auflehnen.Vor allem sie haben unter dem aufgezwungenen Sittendiktat der iranischen Despoten zu leiden. Ihnen geht es u.a. darum die sozialen Restriktionen wie den Zwang zum Tragen des Kopftuches im öffentlichen Raum aufzuheben. Sie fordern die selbstbestimmte Entscheidung darüber, ob Frauen ein Hijab tragen möchten und dies als Teil ihrer Identität verstehen oder nicht.

Wir sind darüber hinaus ein Zusammenschluss verschiedener Menschen, die sich mit dem Thema Recht auf Stadt und Stadtentwicklung von unten auseinandersetzen. Wir sehen, dass sich in Bonn gerade eine Menge verändert und dass dies nicht unbedingt zugunsten der Bürger und Bürgerinnen geschieht. Das lässt sich an den verschiedenen Initiativen erkennen, die versuchen, ihrem Willen eine Stimme zu verleihen, so wie „Viva Viktoria“ im Viktoria Viertel, „Kurfürstenbad bleibt“/“Frankenbad bleibt“ in Bezug auf das geplante Zentralbad und vielen anderen. Zusätzlich steigen die Mieten stetig und die Leerstände werden immer mehr.
Mit Sorge sehen wir die Entwicklungen, in denen wir zu erkennen glauben, dass Bonn im Stile einer neoliberalen Politik zusehends einkommensschwächere Menschen verdrängt, das Stadtbild mit Einzelhandelsketten und Großunternehmensbüros vereinheitlicht und anonymisiert.
Um gegen diesen Prozess zu protestieren und ihm etwas entgegenzusetzen, haben wir besagtes Gebäude bezogen. Hier werden wir in der nächsten Zeit ein kulturelles Zentrum eröffnen, in dem Menschen die Möglichkeit gegeben werden soll, sich selbstständig zu organisieren, zu begegnen und auszutauschen. Weil es kaum Orte in Bonn gibt, an denen Menschen sich aufhalten können, ohne Eintritt bezahlen oder etwas kaufen zu müssen, wollen wir einen Raum eröffnen, an dem dies möglich ist. Weil wir einen solchen Ort des freien Austauschs für wichtig halten, haben wir diesen ohnehin leerstehenden Ort bezogen, um ihn mit Leben zu füllen.

In der nächsten Zeit werden wir diesen Raum nutzen, um uns über emanzipatorische Kämpfe weltweit und vor allem im Iran auszutauschen und zugleich Impulse für eine gerechtere Stadtentwicklung zu setzen.

Wir haben vor, hier das Institut für Anarchismusforschung zu etablieren. Als Agentur gegen Arbeit geht es uns darum, eine radikale Kritik an den bestehenden Verhältnissen zu entwicklen, in denen Menschen nicht nur unter autokratischen Regimes wie dem Iran, sondern auch unter kapitalistischen Disziplinierungen, wie dem Leistungszwang und Konformismus leiden.

Interessierte sind herzlich eingeladen vorbei zu kommen, sich mit uns zu unterhalten und dabei zu sein wie dem alten Gebäude neues Leben eingehaucht wird!


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Razzia in #Neuss: Die Angst vor dem geschriebenem Wort …

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Pressemitteilung von NAV-DEM, Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland.

Presseerklärung von NAV-DEM zu der Polizeirazzia des Buchverlags Mezopotamien in Neuss

Seit gestern durchsuchen Polizeieinsatzkräfte aus Nordrhein-Westfahlen und Rheinland-Pfalz die Räumlichkeiten des Buchverlags Mezopotamien und des Musikunternehmens Mir Multimedia. Die Durchsuchungen werden auch heute fortgesetzt. Sieben LKW-Ladungen Bücher und andere Materialien wurden bisher beschlagnahmt. Der kurdische Dachverband NAV-DEM (Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland) verurteilt die Razzien und ruft zur Solidarität mit den betroffenen Einrichtungen auf.

Ayten Kaplan, Ko-Vorsitzende des NAV-DEM, sieht mit den Razzien eine neue Stufe der Repression gegen die kurdische Bevölkerung in Deutschland erreicht. Sie erklärt: „Wir haben bereits zu dem Verbot des Newroz-Festes in Hannover erklärt, dass sich die Verbotspolitik der Bundesregierung nicht mehr bloß gegen politisch aktive Kurdinnen und Kurden richtet. Sie richtet sich mittlerweile gegen die kurdische Bevölkerung, ihre Kultur und Geschichte als Gesamtes. Dass nun tonnenweise kurdische Bücher und Musik-CDs durch deutsche Sicherheitsbehörden beschlagnahmt werden, beweist unsere Behauptung. Die Bundesregierung unterstützt mit ihrer Praxis aktiv eine Politik der Türkei, die auf die Auslöschung der kurdischen Identität abzielt. Doch wir lassen unsere Identität nicht verbieten. Und auch deshalb möchte ich an dieser Stelle nochmals klar machen, dass wir das diesjährige Newrozfest gemeinsam mit all unseren Freundinnen und Freunden eindrucksvoll begehen werden.“

Weiterhin mahnt die Ko-Vorsitzende des größten kurdischen Dachverbands, dass die Bedeutung, die hinter der Razzia des Buchverlags Mezopotamien steckt, über enorme Sprengkraft verfügt: „Wir sollten uns einmal bewusst machen, dass im Jahr 2018 in Deutschland LKW-Ladungen voller Bücher beschlagnahmt werden. Wir haben es also wohl wieder einmal mit einer Regierung zu tun, die Angst vor dem geschriebenen Wort hat. Wenn das Bundesinnenministerium in ihrer Presseerklärung die Razzien damit begründet, dass ‚unser Rechtstaat eine wehrhafte Demokratie‘ sei, dann ist das absolut unsinnig. Demokratien haben keine Angst vor Büchern. Länder, in denen Bücher beschlagnahmt, verboten oder anderweitig beseitigt werden, können auch keine Demokratien sein. Mit der absurden Verbotspolitik gegenüber den Kurdinnen und Kurden in Deutschland höhlt die Bundesregierung die demokratischen Grundrechte aus. Wir haben vor dieser Entwicklung gewarnt. Und wieder einmal werden unsere Befürchtungen bestätigt.“

Kaplan ruft abschließend zur Solidarität mit dem Buchverlag Mezopotamien und dem Musikhaus Mir Multimedia auf. „Wir wissen, dass dieses Vorgehen in direktem Zusammenhang mit dem Besuch des türkischen Außenministers Çavuşoğlu in Berlin zu tun hat. Wir wissen auch, dass das repressive Vorgehen gegen uns die Folge der großen Solidarität ist, die in den letzten Wochen und Monaten auf deutschen Straßen für die Menschen in Afrin gezeigt wurde. Die Bundesregierung scheint nun sich dafür rächen zu wollen, dass wir alle gemeinsam ihre schmutzigen Waffendeals mit der Türkei an die Öffentlichkeit getragen haben. Ihre Repressionen werden uns allerdings nicht davon abhalten, die Tatsachen beim Namen zu nennen. Wir sagen es nochmals ganz deutlich: Aktuell werden auch mit deutschen Waffen Zivilisten in Afrin ermordet. Wir rufen deshalb die Öffentlichkeit dazu auf, gemeinsam mit uns weiterhin klar Stellung gegen den schmutzigen Krieg in Afrin zu beziehen. Wir rufen auch dazu auf, Solidarität mit dem Mezopotamien Buchverlag und mit Mir Multimedia zu zeigen. Denn heute sind es die Bücher des kurdischen Buchverlags, die beschlagnahmt werden. Morgen könnten schon andere kritische Bücher betroffen sein“, so Kaplan.


Siehe auch: Soli-Aktion: Solidarität mit #Afrin! – #Antifa Enternasyonal (Antifa International) T-Shirts


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Anarchistisches Radio #Kassel: 10. März 2018

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Reblogged von Anarchismus in Kassel Facebook Seite.

Am Samstag 10.3. ist um 20 Uhr wieder Anarchistisches Radio Kassel! In der Sendung Lili – Libertäre Informationen lokaler Initiativen stellt die A & O einen Rückblick & Ausblick auf libertäre Veranstaltungen und Aktionen vor.

Themen sind dieses Mal: Block War sowie die Repression nach G20. Und wie immer viel libertäre und queere Musik!
Ihr könnt reinhören in Kassel und Umland unter 105,8 Mhz sowie im Livestream auf www.freies-radio-kassel.de
Die Wiederholung läuft am Sonntag, 11.3. um 12 Uhr mittags.


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Wenn #Afrin fällt… wird es zu spät gewesen sein!

Hinweis: Die auf unserem Blog veröffentlichten Artikel werden ausschließlich zur Dokumentation publiziert.

Via die Englischsprachigen Enough is Enough Submission Seite.

English version: here.

Seit mehr als 6 Wochen müssen wir mit ansehen, wie der türkische Staat
zusammen mit islamistischen Gruppen wie ISIS und Al-Qaida Afrin, das
westlichste Kanton Rojavas, angreift und besetzt. Auf diesem
Vernichtungsfeldzug schrecken die Invasoren weder vor dem gezielten
Bombardement von Zivilist*innen, noch vor dem Einsatz chemischer Waffen
zurück. Die islamistischen Söldner und faschistischen türkischen
Soldaten hinterlassen eine Spur der Verwüstung, plündern, vergewaltigen
und morden, sie praktizieren eine ethnische Säuberung des Gebiets von
Kurd*innen. Bis jetzt haben mehr als 300 Zivilist*innen und viele
Kämpfer*innen ihr Leben gegeben, dutzende Dörfer wurden zerstört und
Hunderttausende Menschen mussten ihre Heimat verlassen.

Trotz des entschlossenen Widerstandes der Bevölkerung Afrins und ihrer
Verteidigungseinheiten YPG/YPJ/SDF gelingt es der türkischen Armee mit
jedem Tag mehr Boden zu gewinnen. Während die türkische Offensive im
ersten Monat vorallem im Grenzgebiet des Kantons feststeckte, sind in
den letzten Tagen wichtige Kleinstädte wie Raco und Shera von den
Angreifern erobert wurden. Ihr Ziel ist Afrin Stadt, der Ort an den sich
die Zivilist*innen aus den bisher eroberten Dörfern und Kleinstädten
geflüchtet haben.

Ermöglicht wird dies durch den massiven Einsatz modernster
NATO-Technologie wie Kampfjets, Artillerie, Panzern und Drohnen. Der
faschistisch-islamistische Angriffskrieg gegen Afrin ist nicht nur der
Versuch Erdogans die kurdische Freiheitsbewegung zu zerstören; während
Russland der türkischen Luftwaffe die Tür öffnet und das syrische
Assad-Regime de facto untätig zuschaut, unterstützt die NATO diesen
Krieg aktiv mit nachrichtendienstlichen Informationen, militärischer
Technologie, Waffen und Munition aus westlichen Fabriken. Die
heuchlerischen Mitteilungen aus den Palästen der Macht können nicht
darüber hinweg täuschen das dieser Krieg nichts anderes ist als die
Abrechnung der Herrschenden mit der Revolution von Rojava. Es ist eine
Abrechnung mit dem Versuch dem kapitalistischen System eine
selbstbestimmte Alternative aus radikaler Demokratie, Frauenbefreiung,
wirklicher Gleichheit der Geschlechter und Sozialer Ökologie entgegen zu
stellen.

Als radikale Linke in Europa sollten wir uns der historischen Bedeutung
dieser Tage bewusst werden. Der Angriff auf Afrin ist der Versuch das
aussichtsreichste revolutionäre Projekt unserer Generation zu zerstören.
Die Revolution von Rojava ist nicht nur die einzige bedeutende
emanzipatorische Perspektive im Mittleren Osten, sondern auch weltweit
einer der letzten verbliebenen Hoffnungsschimmer im Kampf um eine andere
Welt.

Wie keine andere Revolution der letzten Jahrzehnte hat uns Rojava
inspiriert, uns gezeigt wie radikal und wunderschön der Kampf um die
Befreiung einer Gesellschaft sein kann. Der heldenhafte Widerstand von
YPG und YPJ in Kobani und die Selbstorganisierung der Bevölkerung unter
Initiative der sich selbst befreienden Frauen zog tausende Linke,
Anarchist*innen, Sozialist*innen und Feminist*innen in ihren Bann.
Weltweit wurde diese Revolution diskutiert, bewundert und mit
Solidarität bedacht, Hunderte machten sich auf den Weg nach Rojava und
beteiligten sich am Widerstand gegen ISIS und am Aufbau einer neuen
Gesellschaft. Trotz aller Widersprüche wurde die Bewegung in Rojava mit
ihrer Entschlossenheit, ihrer Verbundenheit zu den Menschen und der
konkreten Umsetzung unserer Utopien zum wichtigsten
Kristallisationspunkt der weltweiten Kämpfe gegen Kapitalismus,
Patriarchat und Rassismus.

Heute steht dieses Projekt mit dem Rücken an der Wand. Der Krieg um
Afrin ist für die Revolution in Rojava ein Kampf um Sein oder
Nicht-Sein. Wenn Afrin fällt, wird auch Minbij fallen. Mit einem Sieg
des türkischen Staates westlich des Euphrats wird auch der amerikanische
Imperialismus seine regionale Strategie neu überdenken und eine Übergabe
Nordsyriens an, mit der Türkei verbündete, islamistische Milizen unter
dem Label der FSA, d.h. ISIS und Al-Qaida/Al-Nusra erwägen. Dies wäre
nicht nur der Beginn ethnischer Säuberungen und das blutige Ende der
Revolution von Rojava, sondern auch der Auftakt einer neuen
Entwicklungsphase des türkischen Faschismus als Nährquelle des
weltweiten Islamismus – Erdogans Träumen vom neuen osmanischen Reich mit
ihm als Sultan an der Spitze würde niemand mehr entgegen stehen. Die
Diktatur nach Innen würde auf jahrzehnte gefestigt, die kolonialistische
Expansion nach Außen ausgeweitet werden. Der Mittlere Osten würde noch
tiefer ins Chaos von Krieg und Vernichtung getrieben, ohne eine Kraft,
die eine emanzipatorische Alternative entwickeln kann.

Das sich die Entwicklungen im Mittleren Osten weltweit und eben auch in
Europa direkt auf politische und gesellschaftliche Prozesse auswirken,
haben nicht nur die Anschläge von ISIS in den letzten Jahren gezeigt.
Der Anstieg von Rassismus, Sexismus und Antisemitismus in den
europäischen Gesellschaften, der neue Militarismus und die immer stärker
werdenden Rufe nach dem autoritärem Staat und damit das Comeback der
radikalen Rechten, stehen damit in direktem Zusammenhang. Wir müssen uns
bewusst sein, dass die Bedingungen, unter welchen wir als radikale Linke
in den Zentren der Macht kämpfen, auch durch die internationalen
Kräfteverhältnisse geprägt sind. Und genauso beeinflussen die
politischen Verhältnisse in den Metropolen des Kapitalismus die
Bedingungen, unter welchen unsere Freund*innen in Afrin kämpfen.

Noch stehen die Menschen von Rojava, stehen YPG/YPJ/SDF diesen
Entwicklungen entgegen. Und dieser Widerstand war bisher nur
erfolgreich, weil Menschen sich entschieden haben, alles für ihn zu
geben. Allerdings wird es ihnen auf Dauer nicht gelingen sich ohne
internationale Unterstützung gegen die brutale Übermacht der
angreifenden türkischen Armee und ihrer islamistischen Helfer zu wehren.
Aber trotz wochenlanger weltweiter Proteste halten die Staaten von
Nordamerika über Europa nach Russland an ihrem grausamen Beschluss,
diese Revolution zu beenden, fest und scheinen das Schicksal der
Menschen in Rojava besiegelt zu haben. Der Widerstand in Afrin, wird nur
erfolgreich sein, wenn wir bereit sind für diesen alles zu geben, und
sei es auch das Wertvollste.

Wir werden diesem Unrecht nicht weiter tatenlos zuschauen. Wir werden
die Menschen in Rojava und unsere kämpfenden Genoss*innen nicht alleine
lassen, denn der Krieg gegen Afrin ist genauso auch ein Krieg gegen uns.
Der türkische Angriff gegen Afrin ist ein von der NATO politisch,
wirtschaftlich und militärisch getragener Stoß ins Herz unserer
revolutionären Kämpfe, Träume und Hoffnungen. Wir werden diesen Krieg
dorthin zurück tragen wo er gebilligt, unterstützt, legitimiert und
produziert wird. Wir werden die Kosten für diejenigen, die von diesem
Krieg profitieren hochtreiben. Wir werden diejenigen zur Verantwortung
ziehen, die den Mord an Zivilist*innen gutheißen und als vermeintlichen
„Krieg gegen den Terror“ legitimieren. Und wir werden die betäubte
europäische Öffentlichkeit aufhorchen lassen, unsere Gesellschaften
daran erinnern das wir alle eine Verantwortung für tragen, was die
Regierungen in unserem Namen geschehen lassen.

In diesem Sinne rufen wir alle emanzipatorischen Kräfte weltweit dazu
auf, die Stille zu durchbrechen und den Menschen von Rojava eine Stimme
zu verleihen die von niemandem mehr ignoriert werden kann. Wenn nicht
wir, wer sonst wird unsere Gesellschaften an ihre Verantwortungen
erinnern können? Die Lage in Afrin ist eine existentielle Bedrohung
unser aller revolutionärer Perspektiven – wann, wenn nicht jetzt, ist es
an der Zeit alles zu riskieren? Wenn Afrin fällt, wird es zu spät sein.
Nur wenn wir alles geben, werden wir alles gewinnen können.

Die bisher gelaufenen Solidaritätsaktionen mit dem Widerstand in Afrin
waren richtig und gut, wir grüßen all die Genoss*innen die seit Wochen
organisieren, demonstrieren und nächtliche Aktionen durchführen. Es
waren wichtige Momente, aber sie reichen nicht aus. In der aktuellen
Lage zwingt uns das mörderische Schweigen und die Unterstützung der
faschistischen Türkei durch die internationale Gemeinschaft zu anderen
Mitteln. Wir müssen von unserem Recht der Selbstverteidigung unserer
Hoffnungen Gebrauch machen.

Direkte Aktionen können nicht nur ein konkreter Eingriff in die Kriegs-
und Propagandamaschinerie des türkischen Staats und seiner Helfer sein,
sondern haben viel mehr noch das Potential auf die außergewöhnliche
Dringlichkeit der Situation aufmerksam zu machen. Brennende türkische
Botschaften, sabotierte Rüstungsunternehmen und massenhaft ausgeführte
militante Aktionen gegen die Symbole kapitalistischer und
imperialistischer Herrschaft werden das Schweigen durchbrechen und das
Gräuel des türkischen Faschismus nicht länger ignorierbar machen. Das
System in Europa lebt davon uns einzubinden und zu betäuben, Konflikte
und Widersprüche zu befrieden – lassen wir diese falsche Illusion des
sozialen Friedens in Flammen aufgehen. Lasst uns den Herrschenden
zeigen, dass wir mit den Menschen in Rojava diesen Angriffen widerstehen
werden und die Revolution in Rojava, die auch unsere Revolution ist, mit
allen Mitteln verteidigen werden.

Wir rufen dazu auf am Montag, dem 12.3.2018 gemeinsam mit dieser
militanten Kampagne überall dort zu beginnen, wo wir die Herrschenden
treffen können: Radikal, kreativ und mutig, beteiligt euch und
organisiert lokale Aktionen als Auftakt eines Widerstandes der den
Mächtigen dieser Welt zeigen wird, dass Afrin nicht alleine ist. Wie die
Menschen in Rojava sagen auch wir: „Gemeinsam werden wir kämpfen,
gemeinsam werden wir verlieren, oder gemeinsam werden wir gewinnen“.

Afrin wird nicht fallen!

Biji Berxwedana Afrin!

Hoch die internationale Solidarität!

Radikale Zellen im Herzen der Bestie
8.3.2018

Wir werden alle direkten Aktionen in Solidarität mit dem Widerstand in
Afrin und mögliche Ziele sammeln auf: fight4afrin.noblogs.org

Kontakt: fight4afrin[at]riseup.net (PGP Key here: https://fight4afrin.noblogs.org/contact/)


Siehe auch: Soli-Aktion: Solidarität mit #Afrin! – #Antifa Enternasyonal (Antifa International) T-Shirts


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#Neuss: Razzia im #Mezopotamien Verlag wird morgen fortgesetzt – Kundgebung

Hinweis: Die auf unserem Blog veröffentlichten Artikel werden ausschließlich zur Dokumentation publiziert.

Reblogged von ANF Deutsch.

Siehe auch: Repression gegen Kurd*innen: Razzia im Mezopotamien-Verlag in Neuss

Update: Die Kundgebung gegen  gegen die Repression gegen den kurdischen Verlag findet Morgen, Freitag den 09. März, 2018 ab 10:00 Uhr vor dem Verlagshaus auf die Gladbacherstraße 407a in Neuss statt (also nicht wie unten 11:00 Uhr).

Die polizeiliche Razzia in den Räumlichkeiten des Mezopotamien-Verlags wird am Freitag fortgesetzt. Bisher wurden vier LKW-Ladungen Material beschlagnahmt.

In den Morgenstunden hat die Polizei die Räumlichkeiten des Verlagshauses Mezopotamien in Neuss gestürmt. Auf der Suche nach „verbotenen Dokumenten“ wurden bisher vier LKW-Ladungen Material des Buchverlags beschlagnahmt.

Die Durchsuchung des Verlagshauses, das niemand betreten darf, soll Morgen fortgesetzt werden.

Gegen das repressive Vorgehen der deutschen Bundesregierung gegen kurdische Einrichtungen wird in Neuss am morgigen Freitag um 11.00 Uhr eine Protestkundgebung stattfinden.

Siehe auch: Soli-Aktion: Solidarität mit #Afrin! – #Antifa Enternasyonal (Antifa International) T-Shirts


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NAV DEM: Allen Verboten zum Trotz: Wir werden #Newroz feiern!

Hinweis: Die auf unserem Blog veröffentlichten Artikel werden ausschließlich zur Dokumentation publiziert.

Pressemitteilung von NAV DEM, Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland.

In den vergangenen Tagen wurde über das  Verbot einer Großdemonstration in Hannover am 17. März anlässlich des kurdischen Newrozfestes berichtet. Die Anmelder der Demonstration von NAV-DEM melden sich nun mit einer schriftlichen Erklärung zu dem Verbot zu Wort und erklären, dass sie gemeinsam mit der Bevölkerung zum Newrozfest in jedem Fall auf den Straßen sein werden.

„Newroz ist ein Fest des Widerstandes. In Zeiten, in denen die Türkei gemeinsam mit islamistischen Gruppierungen, mit der Duldung der internationalen Mächte und ausgestattet u.a. mit deutscher Waffentechnik einen brutalen und blutigen Angriffskrieg gegen unsere Menschen in Efrîn führt, werden wir uns dieses Recht auf Widerstand nicht nehmen lassen! Wir werden in jedem Fall Newroz auf den Straßen feiern. Weder in Deutschland noch an einem anderen Ort der Welt lassen wir uns das Newrozfest verbieten” – mit diesen Worten nimmt Ayten Kaplan, Ko-Vorsitzende des größten kurdischen Dachverbands in Deutschland NAV-DEM, Stellung zu den Medienberichten, unter anderem in der Süddeutschen Zeitung, über ein Verbot der diesjährigen Newroz-Demonstration in Hannover.

Kaplan bewertet das Verbot des Newrozfestes in Hannover als direkten Angriff gegen die kurdische Identität. Die Verbote des Newrozfestes in Nordkurdistan (Türkei) hätten durch den Widerstand der Bevölkerung durchbrochen werden können, so Kaplan: „In der Türkei wurden die Kurdinnen und Kurden über lange Jahrzehnte verleugnet und unterdrückt. Folglich wurde auch ihre Sprache und Kultur nicht anerkannt und bekämpft. Dennoch sind die Menschen insbesondere mit dem Aufflammen des Widerstandes in Kurdistan ab Ende der 1980er Jahre selbstbewusst am 21. März jeden Jahres auf die Straßen gegangen, um ihr Newrozfest zu feiern. Der türkische Staat hatte große Angst vor diesem neuerlangten kurdischen Selbstbewusstsein. Anfang der 1990er Jahre kam es bei Angriffen der türkischen Armee auf die Newrozfeste in Städten wie Nisebîn und Cîzre zu großen Massakern, viele Zivilisten wurden brutal ermordet. Doch die kurdische Bevölkerung hat dennoch weiterhin Jahr für Jahr ihr Newrozfest gefeiert und die Verbote durchbrochen. Heute erkennt die ganze Welt die Kurdinnen und Kurden an. Und das ist ein Ergebnis dieses Widerstandes.”

Weiterhin führt die Ko-Vorsitzende von NAV-DEM aus, dass die AKP-Regierung sich zwar erneut an eine Verbots- und Verleugnungspolitik gegenüber der kurdischen Bevölkerung klammere, sie aber hiermit auf verlorenem Posten stehe: „Die AKP versucht mit Verboten, Festnahmen und zivilen Massakern die kurdische Bevölkerung wieder einzuschüchtern. Doch auch in diesem Jahr werden in Nordkurdistan und dem Westen der Türkei Hunderttausende, wenn nicht Millionen Menschen auf die Straßen gehen, das Newrozfest feiern und ihre Solidarität mit den Menschen in Efrîn zum Ausdruck bringen. Dass die Bundesregierung diese schmutzige Politik der Türkei allerdings auch auf Deutschland überträgt und auch hier meint, mit Repression und Verboten die kurdische Bevölkerung und ihre Freundinnen und Freunde einzuschüchtern, ist brandgefährlich. Auf diese Weise beteiligt sich die Bundesregierung an der Verleugnungs- und Unterdrückungspolitik der Kurdinnen und Kurden. Wir wissen, dass hinter dieser Politik die schmutzigen Deals zwischen Sigmar Gabriel und seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Çavuşoğlu stecken. Wir rufen die Bundesregierung dringend dazu auf, diesen falschen Kurs umgehend zu korrigieren.”

Zum Schluss bedankt sich Kaplan bei allen Menschen, die nach Bekanntwerden des Verbotes des Newrozfestes in Hannover ihrem Verband Unterstützung angeboten haben. „Lasst uns gemeinsam ein großes, buntes und friedliches Newroz feiern! Von unrechtmäßigen Verboten lassen wir uns nicht von unserem Weg abbringen! Das diesjährige Newrozfest wird eine eindrucksvolle Solidaritätsbekundung mit dem Widerstand von Efrîn sein”, so Kaplan abschließend.


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Repression gegen Kurd*innen: Razzia im Mezopotamien-Verlag in #Neuss

Hinweis: Die auf unserem Blog veröffentlichten Artikel werden ausschließlich zur Dokumentation publiziert.

Reblogged von ANF Deutsch.

Die Polizei durchsucht die Räumlichkeiten des Verlags Mezopotamien in Neuss.

Nach dem Besuch des türkischen Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu in Berlin wird die Repression gegen kurdische Einrichtungen in der Bundesrepublik fortgesetzt. Momentan findet im Verlagshaus Mezopotamien in Neuss eine polizeiliche Razzia statt. Da die Durchsuchung noch andauert, liegen bisher keine weiteren Informationen vor.

Der Verlag Mezopotamien gibt Bücher zur kurdischen Befreiungsbewegung heraus. In der deutschsprachigen Edition ist unter anderem die Biographie der 2013 vom türkischen Geheimdienst MIT in Paris ermordeten Revolutionärin Sakine Cansiz erschienen.

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Bild: Am Dienstag waren bereits fünf Privatwohnungen und ein Büro in Thüringen durchsucht worden.


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#GaiDao: “Jineoloji erleuchtet mit der Natur der Frau die gesellschaftliche Realität”

Hinweis: Die auf unserem Blog veröffentlichten Artikel werden ausschließlich zur Dokumentation publiziert.

Original Veröffentlichung in GaiDao 87, März 2018. Die komplette Ausgabe findet ihr hier.

Die erste Konferenz der Wissenschaft der Frau und des auf Freiheit basierenden Zusammenlebens in Nord-Syrien.

Von: Viktoria Krieger

Vom 12. bis 13. Januar 2018 fand in Derik, gelegen in Nord-Syrien/Rojava, die erste Jineoloji-Konferenz in der Region statt. Zweihundert Delegierte aus allen in der Region vertretenen sozialen, ethnischen und religiösen Gruppen – Kurdinnen, Araberinnen, Turkmeninnen, Armenierinnen, Assyrerinnen, Syrerinnen sowie Muslimas, Ezidinnen, Alevitinnen, Christinnen und Frauen aller Generationen nahmen an der Konferenz teil. Hiermit war die Konferenz zugleich Ausdruck des Prinzips der “Demokratischen Nation”. Dies bedeutet die gleichwertige Teilnahme aller Personen und Gruppen an dem selbstverwalteten, basisdemokratischen System unter Berücksichtigung der Unterschiede in dem Sinne, dass die eigene Kultur und Sprache jeder Gruppe bewahrt und somit unter dem Grundsatz “Vielfalt ist Reichtum” ein freies Zusammenleben erreicht wird. Auch Internationalistinnen aus Deutschland, Italien, Frankreich, England, Katalonien, Russland und Indonesien nahmen an der Konferenz teil. Die Teilnehmerinnen waren aus allen Teilen der Ende 2017 gegründeten Konföderation Nord-Syriens sowie den neu von den Demokratischen Kräften Syriens (SDF) befreiten Gebieten Minbij, Rakka und Tabqa sowie Derazorê, angereist, wo weiterhin der Befreiungs-Krieg gegen den IS (Daesh) andauert. Auch aus dem Kanton Afrin, den der türkische Präsident Erdogan als Hauptangriffs erklärt hat, waren Frauen angereist.

Sie beharren darauf, dass trotz des drohenden Krieges die Aufbauarbeiten für eine befreite Gesellschaft weitergehen müssen. Mit dieser Entschlossenheit kehrten sie nach Afrin zurück. Wenige Tage später machte der türkische Staat seine Drohungen wahr. Seit dem 20. Januar 2018 ist ein weitumfassender Krieg um Afrin ausgebrochen, der Auswirkungen in ganz Rojava zeigt. In diesem Krieg sind die Menschen Rojavas jetzt schon die moralischen Sieger. Denn sie wissen, wofür sie kämpfen und dazu trägt auchdie Jineoloji einen entscheidenden Teil bei. In dieser Atmosphäre kamen Frauen aus verschiedenen Hintergründen zusammen, um sich gegenseitig und in ihrem gemeinsamen Kampf zu stärken. Sie alle kamen zu Wort und äußerten Lob, Kritik und Vorschläge für die Arbeit und Organisierung der Jineoloji. Aber was ist Jineoloji eigentlich? Und warum erregt sie ein so großes Interesse in der Gesellschaft und insbesondere unter den Frauen?

Gaidao-No87-März-2018-web.jpgJineoloji – eine alternative Wissenschaft der Frauen – ist im Rahmen des Freiheitskampfes in Kurdistan und der Revolution in Rojava als Teil der Frauenbewegung entstanden. Sie befindet sich in einem lebhaften Austausch mit der Revolution, von der sie lernt und der sie gleichzeitig auch neue Perspektiven gibt. Jedoch bleibt Jineoloji keinesfalls innerhalb der Grenzen Rojavas, sondern bildet die zurzeit vielleicht bedeutendste wissenschaftliche Perspektive für gesellschaftlichen Wandel und den Kampf für Freiheit weltweit. Im Gegensatz zum Feminismus, den sie als Erbe und Teil von sich versteht, versteht sich die Jineoloji als weiter gefächert, da sie sich nicht nur auf die Frau an sich konzentriert, sondern stattdessen aus weiblicher Sicht die Gesellschaft, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft betrachtet. In diesem Sinne erforscht sie sowohl die Natur der Frau als auch die des Mannes und nimmt sich auf dieser Grundlage zum Ziel, ein Zusammenleben der menschlichen Gesellschaften und der Natur auf der Grundlage der Freiheit zu verwirklichen.

Jineoloji als Konzept wurde erstmals im Jahre 2008 durch die ideologische Leitfigur und den Repräsentanten des kurdischen Volkes und des Kampfes für eine demokratische, ökologische und geschlechterbefreite Gesellschaft weltweit, Abdullah Öcalan, in seiner dritten Verteidigungsschrift Soziologie der Freiheit”1, zur Sprache gebracht. Er hinterfragt die Rolle der Wissenschaft als subtile Ideologie der Herrschaft und Unterdrückung, die den Grundstein des vorherrschenden Systems, der “Kapitalistische Moderne” bildet.

Die Wissenschaften, insbesondere die Soziologie, entfernen sich von der Gesellschaft und stellen sich stattdessen in den Dienst der Herrschenden. Anders sind Phänomene wie die Atombombe nicht erklärbar. Gleichzeitig wird unter dem Vorwand der Neutralität die Wahrheit verschleiert.

Des Weiteren werden die vorherrschenden Wissenschaften als “positivistisch” kritisiert. Das heißt, dass sie sich nur mit der messbaren Welt beschäftigen und alles andere strikt ablehnen. Dabei wurde dieser Charakter der Wissenschaft bereits vor rund 100 Jahren in seinen Grundfesten erschüttert. Spätestens seit dem Aufkommen der Relativitätstheorie wurde die Unbeständigkeit messbarer Werte belegt. Und mit der Quantentheorie wurde auf der Grundlage des Wissens, dass Licht zur gleichen Zeit sowohl Teilchen als auch Welle sein kann, erkannt, dass eine natürliche Vielseitigkeit besteht. Außerdem wurde durch das Verstehen der wechselseitigen Beziehung zwischen Beobachter*in und Zu-Beobachtendem die Verbundenheit und Lebendigkeit aller Dinge von Neuem entdeckt.

Die Welt besteht nicht nur aus sicht- und messbaren Phänomenen. Sie ist kein Objekt, das es zu erforschen und zu erobern gilt. Eine wahre Wissenschaft muss sich sowohl mit der materiellen als auch mit der geistigen Welt beschäftigen, die Trennung von Subjekt und Objekt.

Aber dabei sind wir noch nicht auf den Kern-, Dreh- und Angelpunkt der Jineoloji eingegangen: Denn die Jineoloji ist die Wissenschaft der Frau und des auf Freiheit basierenden Zusammenlebens. Das wird in der Namensgebung bereits deutlich: “Jin” ist kurdisch und bedeutet Frau und Leben, “loji” kommt von dem griechischen “logos” und bedeutet so viel wie Wort, Grund, Vernunft oder sinngemäß auch Wissenschaft.

Die Jineoloji stützt sich aufWissen und Interpretationen über die Kultur der Mutter-Göttinnen, die ihren Ursprung in der Zeit des Neolithikums hat. Ausgehend von der zentralen Rolle, die Frauen im sozialen Leben spielten, vollzog sich damals eine erste Revolution der Frau. Diese ging einher mit dem Entwickeln von Sprache, Ackerbau, Domestizierung von Tieren und Werkzeugen wie der Handmühle oder der Sichel, sowie dem damit verbundenen Bilden von ersten Siedlungen und Dorfgemeinschaften im Gebiet des Tauros-Zagros-Gebirges. Bisher gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass es zu dieser Zeit größere Auseinandersetzungen, Kriege oder Herrschaftsverhältnisse gegeben hätte. Vielmehr scheint diese Gesellschaft unter weiblicher Koordination eine Quelle von Gerechtigkeit, Gemeinschaftlichkeit und Kreativität gewesen zu sein.

Als erste Kontra-Revolution kann der durch die sumerische Mythologie mit dem allmählichen Verschwinden der weiblichen Mutter-Göttinnen und dem Auftauchen männlicher Götter belegte Sturz der Frau bezeichnet werden. Archäologische Funde der ersten von Menschenhand zerstörten Städte, wie z.B. Hamoukar aus der Zeit von ca. 3.500 v. Chr.2, als Beweise erster Kriege liefern uns den Beleg für fundamentale gesellschaftliche Veränderungen. Von dieser Zeit an bis heute bildet die Zivilisation der Herrschaft und Unterdrückung auf der Grundlage männlicher Dominanz das vorherrschende System. Aber das bedeutet nicht, dass die Kultur der Mutter-Göttinnen vollständig verschwunden wäre. Sie fließt weiterhin in den rebellischen und sich nach Freiheit sehnenden Adern der Gesellschaft.

In diesem Sinne hat sich Jineoloji der Aufgabe verschrieben, die Geschichte, die stets aus der Feder der männlichen Machthaber geschrieben wurde, neu zu bewerten, die Adern der Rebellion und der natürlichen, kommunalen Gesellschaft aufzuspüren und mit neuem Leben zu füllen. Auf dieser Grundlage kann dann ein neues Verständnis von Soziologie entwickelt werden. Angestrebt wird eine Soziologie, die sich möglichst nah an der gesellschaftlichen Wahrheit befindet und die das wissenschaftliche Fundament des Freiheitskampfes stärkt, der durch die Befreiung der Frau die gesamte Gesellschaft befreien wird.

Die theoretischen und praktischen Arbeiten zu Jineoloji haben im Jahre 2012 in den Bergen Kurdistans begonnen und wurden unter Aufnahme dieses Konzeptes von der Frauenbewegung in Rojava seit 2014 in ein konkretes System umgesetzt. Im Rahmen der Konferenz in Derik wurden nun die Arbeiten der letzten Jahre vorgestellt, bewertet, sowie Perspektiven und Pläne für die Zukunft entwickelt.

Die Jineoloji-Strukturen in der Konföderation Nord-Syriens bestehen inzwischen aus Forschungszentren in Afrin, Minbij und Derik, deren Forschungskomitees sowie Repräsentantinnen der Jineoloji in verschiedenen Organisationen, Institutionen und gesellschaftlichen Bereichen. Es wurden weitgefächerte Bildungsarbeiten durchgeführt, sowohl in Akademien als auch in Form von Seminaren, um das Konzept der Jineoloji in der Gesellschaft zu verbreiten. An vielen Schulen wurde bereits Jineoloji als Unterrichtsfach von der 10. bis zur 12. Klasse in den Lehrplan aufgenommen und im letzten Jahr öffnete die Jineoloji-Fakultät an der Rojava-Universität ihre Pforten.

Auch in Zeitschriften, Radio- und Fernsehprogrammen wurde Jineoloji als ein Schwerpunkt aufgenommen. Des Weiteren wurde mit dem Aufbau des Frauendorfes “Jinwar” begonnen, in dem durch Kommunalität und weitest möglicher Selbstversorgung ein selbstbestimmtes Leben aufgebaut wird.

Einen Hauptteil der Konferenz bildete die Vorstellung der Ergebnisse von Forschungsarbeiten, die im vergangenen Jahr in Nord-Syrien/ Rojava bezüglich der Soziologie und Geschichte der Frauen und der Gesellschaft durchgeführt wurden. Die wichtigste Quelle dabei war das soziale Gedächtnis. Mit Hilfe von Hunderten von Interviews in den Kantonen Afrin, Kobane und Cizire wurde versucht, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in dem Leben der Frauen festzustellen. Auch das Besichtigen historischer Orte und archäologischer Fundplätze war ein wichtiger Bestandteil. Auf diese Weise wurden Materialien zu der Geschichte der Frauen in Nord-Syrien, zu dem Grund für den historischen Niedergang der frauenzentrierten Gesellschaft und der Unterdrückung der Frau, zur Realität der Frau in allen Kulturen, Ethnien und Religionen Nord-Syriens sowie zu den Auswirkungen der Revolution auf das Leben der Frauen und der Gesellschaft zusammengetragen. Hierbei wurden Errungenschaften und Veränderungen genauso bewertet wie auch gesellschaftliche Probleme, die noch immer fortbestehen, die es zu verstehen und zu lösen gilt.

Die Teilnehmerinnen der Konferenz bewiesen, dass in jeder Frau eine Jineolojikerin steckt. Beispielsweise berichtete eine Frau aus dem Dorf Hiwa in der Nähe von Qamishlo, dass vor einigen Jahren in ihrem Dorf noch immer anstelle von Geld vorrangig Tauschwirtschaft betrieben wurde. Mädchen, Jungen, Frauen und Männer des Dorfes hätten sich versammelt und gemeinsam bis spät in die Nacht Lieder gesungen und getanzt. In diesen Beschreibungen findet sich eine ganz andere, kommunale Realität fern von Profitgier, Macht und Unterdrückung wieder, die sich im Widerspruch zur “offiziellen” Soziologie befindet.

Eine andere Teilnehmerin verglich die Situation vor der Revolution mit heute und erzählte: “Noch vor einigen Jahren wäre es niemals denkbar gewesen, in der eigenen Sprache lesen oder schreiben zu lernen. Aber heute gehen meine Kinder alle zur Schule und bringen auch mir das Lesen und Schreiben auf Kurdisch bei. Vorher war es außerdem nicht denkbar, dass eine Frau sich ohne die Begleitung eines männlichen Familienmitgliedes frei in der Gesellschaft hätte bewegen können. Und heute haben die Frauen in allen Teilen des sozialen, politischen und wirtschaftlichen Lebens ihre Plätze eingenommen.

Besonders der mutige Kampf der Frauen in den Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) hat eine große gesellschaftliche Veränderung mit sich gebracht. Ich fühle eine unbeschreibliche Freude und Aufregung dabei, dass heute hier diese große Zahl an freiheitsliebenden Frauen zusammengekommen ist.” Die soziologischen Forschungsarbeiten, zu denen auch die Wortmeldungen der Konferenzteilnehmerinnen einen wichtigen Beitrag leisteten, werden noch weiter andauern und anschließend in Buchform veröffentlicht werden.

Den Abschlussteil der Konferenz bildete der Beschluss des Projektes zur Gründung einer Jineoloji-Akademie Rojavas, die sich in direkter Verbindung zu den Forschungszentren in den Bereichen Bildung, Geschichte, Ökonomie, Ökologie, Gesundheit, Demografie, Politik, essentielle Verteidigung, Ethik und Ästhetik organisieren wird. Das System der Akademie soll weiterhin durch Presse- und Archivarbeit vervollständigt werden. Das Ziel der Akademie ist die Weiterentwicklung einer reichhaltigen Lebensphilosophie, des sozialen und kommunalen Lebens sowie auch der Kampf gegen die Kapitalistische Moderne. Des Weiteren sollen die sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen, politischen und militärischen Errungenschaften der Frauen Nord-Syriens/ Rojavas bewertet werden, damit sie auf eine wissenschaftliche Art und Weise noch weiter vertieft und verteidigt werden können. Außerdem soll das Netz der Forschungszentren weiter ausgeweitet werden, insbesondere in Hinblick auf den Kanton Kobane und die neu befreiten Gebiete.

In diesem Sinne wurde nach zwei Tagen voller lebendiger Diskussionen, Bewertungen, Kritiken und Anregungen die Konferenz mit neuen Perspektiven und neuer Energie, im Gedenken an die vielen im Kampf für die Revolution und die Verteidigung der Freiheit gefallenen Genoss*innen und dem Versprechen, ihren Kampf weiterzuführen, beendet.


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Veranstaltung AZ #Wuppertal: Rechte Aufmärsche in Europa – what´s the difference

Hinweis: Die auf unserem Blog veröffentlichten Artikel werden ausschließlich zur Dokumentation publiziert.

Veranstaltung mit Sören Kohlhuber.

Rechte und neonazistische Aufmärsche gibt es nicht nur in Deutschland, sondern in allen europäischen Staaten. Manche sind größer, manche kleiner. Es gibt vieles was sich natürlich gleicht, doch auch starke Unterschiede.

Im Vortrag geht es vor allem um die Unterschiede im Vergleich zu den Aufmärschen hierzulande. Wie zeigen sich die Neonazis? Wie viel Freiheiten genießen sie? Wie agieren antifaschistische Counterparts? Und wie reagieren staatliche Strukturen, allen voran die Polizei auf solche Aufmärsche und Gegenbewegung?

Sören Kohlhuber beobachtet seit mehr als sechs Jahren rechte Aufmärsche in Deutschland und zuletzt auch in Europa. Er wird Beispiele aus Ungarn, der Schweiz, Schweden und Finnland anbringen, um zu zeigen wie breit sich Proteste und staatliches Handeln aufstellen können.

Montag den 12. März

Ab 17:30 Uhr KüFa
Ab 18:00 Uhr Vortrag

AZ Wuppertal

Markomannenstraße 1  (Ecke Gathe)

42103 Wuppertal

Facebook Veranstaltungsseite: https://www.facebook.com/events/407897986321271/


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Radikal solidarisch!

Hinweis: Die auf unserem Blog veröffentlichten Artikel werden ausschließlich zur Dokumentation publiziert.

Reblogged von Antifa United Frankfurt

radikal solidarisch!
Aufruf zu Aktionen im März und April

Fast täglich schlagen neue Horrormeldungen über den Wahnsinn der Welt auf uns ein. Faschist*innen verfolgen Menschen aus politischen Gründen, der Staat drangsaliert “ganz unpolitisch” Menschen ohne Lohnarbeit auf dem einen Amt, Menschen mit unsicherem Aufenthaltsstatus auf einem anderen, Menschen, die ins Raster fallen, auf der Straße sowieso und so weiter und so fort. Gleichzeitig werden aus scheinbar magischen Gründen der Wohnungsmarkt immer beschissener, die Gesetze gegen progressive Bewegungen schärfer, Überwachungskameras omnipräsent, dagegen das Klima nicht besser, das Internet nicht datenschutzfreundlicher und die Flucht nach Europa nicht sicherer. Aktuell scheint der gesamte Horizont dunkelgrau. Die Gründe dafür sind selbstverständlich in Wirklichkeit nicht magisch oder liegen, wie so viele reaktionäre Kräfte meinen, in irgendwelchen “Hinterzimmern” oder bei sogenannten “Strippenziehern”. Nein, die Hintergründe sind systemisch, dennoch sehen wir – unter Einfluss der Verhältnisse – eine individuelle Verantwortung jeder Person für ihr Handeln. Im Kapitalismus sind die Menschen gezwungen, für ihr Überleben um Waren zu konkurrieren. Dies stellt einen klaren Gegensatz zu unseren Vorstellungen von Solidarität und einem guten Leben dar. Der Staat erfüllt dabei seine tragende Rolle im Kapitalismus, indem er sowohl repressiv als auch ideologisch für die Aufrechterhaltung des Status quo und die Verwaltung von Armut sorgt.

„Mit der Zukunft, die sich abzeichnet, gibt es keine Verständigung, sie ist nur in dem Maß die unsere, wie wir uns gegen sie auflehnen.“

Unsere Zukunft dagegen wird radikal solidarisch sein. Gegen den grauen Horizont der bestehenden Welt setzen wir unsere bunte Vision. Zugleich drängt uns die triste Realität zu einer gewissen Radikalität, die auf den ersten Blick nicht zu dieser Vision zu passen scheint. Leider werden, entgegen vorherrschender Meinung, Faschist*innen nicht plötzlich nette Demokrat*innen, bloß weil endlich jemand ihren menschenverachtenden Thesen zuhört. Leider hört der Staat nicht auf, diejenigen zu verfolgen, die die falschen Papiere oder zu wenig Geld besitzen und kriminalisiert deren Handlungen. Leider wird die Zerstörung der Umwelt, wie im Hambacher Forst, nicht dadurch gestoppt werden, dass jemand RWE und die anderen Konzerne mal freundlich darum bittet. Wir stehen im Konflikt mit Ordnungen und Institutionen, die auf der Verletzung, Einschränkung und/oder Ausbeutung von anderen aufbauen. Denn ein erstrebenswertes Leben ist für uns ein solidarisches, d.h. eines, das von freiwilligen Akten der Hilfe und Unterstützung geprägt ist.

Radikale Solidarität

Radikale Solidarität drückt diesen Widerspruch aus,zwischen unserer Perspektive und einer falsch eingerichteten Welt. Wir können ihn nicht lösen, indem wir uns vor der Welt zurückziehen und selbst wenn wir wollten, würde es uns nicht gelingen. Statt jedoch wie letztes Jahr den Schwerpunkt aufs Einschüchtern von Rassist*innen zu legen, möchten wir diesen Frühling mit euch die ersten Knospen einer besseren Welt in den Mittelpunkt unserer Handlungen stellen. Gemeinsam sorgen wir ohnehin jeden Tag dafür, dass wir irgendwie klar kommen; lasst uns für zwei Monate unsere Solidarität zusammen zelebrieren!

In einer gesamtgesellschaftlichen autoritären Zuspitzung

In einer gesamtgesellschaftlichen autoritären Zuspitzung, die auch teilweise der Schwäche progressiver Bewegungen geschuldet ist, möchten wir mit euch gemeinsam zeigen, dass wir noch da sind, dass wir weiter für ein solidarisches Zusammenleben jenseits von Patriarchat, Kapital, Nation und Staat kämpfen werden. Wir lassen uns nicht durch ein “heiliges Buch”, sei es von einem Gott gegeben oder einem Parlament beschlossen, die Wahl der Mittel vorgeben. Was nicht bedeutet, dass wir keine Überzeugungen hätten, nach denen wir handeln.
Jedoch wollen wir euch auch nicht vorgeben, worin eure politische Praxis zu bestehen hat. Wir möchten die Monate März und April als Ort des Zusammenkommens, des Austauschs und auch des Streits anbieten. Der Auftakt der Kampagne ist der Frauen*kampftag am 8. März und enden soll sie mit Aktionen zum 1. Mai. Am 20. Februar findet eine erste Infoveranstaltung zu Charakter und Ablauf der Kampagne statt. Außerdem werden wir in unterschiedlichen Konstellationen unterschiedliche Veranstaltungs- und Aktionsformen organisieren, aber die Kampagne lebt von der Beteiligung Aller, die etwas zu ihr beitragen. Auf antifa-united.com/radikal-solidarisch/ sammeln wir alle Beiträge und Ankündigungen, gerne auch eure. Schickt uns (wenn möglich) verschlüsselte Mails an radikalsolidarisch@riseup.net. Für den hot stuff auf social media schlagen wir den hashtag #radikalsolidarisch vor. Bezieht euch im Rahmen dessen, was ihr eh vorhattet auf die Kampagne oder überlegt euch einen Beitrag. Machen wir den Zusammenhang unserer Kämpfe sichtbar, in dem wir uns wechselseitig unterstützen. Wir versprechen uns von der Bündelung unserer Initiativen nicht zuletzt einen Effekt, den wir je vereinzelt niemals erreichen könnten. Wir laden euch ein, auch als Einzelpersonen oder Freundeskreise, an Aktionen teilzunehmen oder Aktionen zu organisieren, an denen Andere teilnehmen können. Haltet die Augen und Ohren offen für Ankündigungen und werdet aktiv.

Um eins noch klarzustellen

Um eins noch klarzustellen: Da in der solidarischen Zukunft, die wir uns vorstellen, eindeutig kein Platz für Faschist*innen, Sexist*innen, Antisemit*innen, Rassist*innen und andere herrschaftliche Arschlöcher ist, ist klassische antifaschistische Praxis eindeutig ein wichtigerTeil von radikaler Solidarität. Dementsprechend freuen wir uns auch über direkte Aktionen gegen Reaktionäre als Beiträge zur Kampagne.
Lasst uns zusammen wieder eine Perspektive darauf entwickeln, wie es besser werden kann, als es je war! Suchen wir gemeinsam nach der Praxis, deren Vergnügungen und Früchte wir so sehr genießen wollen, dass wir bereit sind, die damit verbundenen Risiken auf uns zu nehmen. Raus aus der Defensive! Für die soziale Befreiung, für die Aufhebung des Kapitalismus, für ein gutes Leben! Radikale Solidarität jetzt!

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