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15. März 2022 – 26. jährlicher internationaler Tag gegen Polizeigewalt [Montreal]

Montreal. Quebec. Am Abend des 15. März fand der 26. jährliche Protest gegen Polizeibrutalität statt. 26 Jahre Demonstration, 26 Jahre systematische Repression durch Polizeigewalt, wie eine jährliche Tradition, die bei allen einen schlechten Geschmack hinterlässt. Die Demonstrant*innen beschlossen, lieber die Kontrolle über die Bürgersteige zu behalten, als sich von gewalttätigen und beleidigenden Polizist*innen von der Straße jagen zu lassen, und griffen die übelsten Geschäfte des Stadtteils an: Dollarama und die National Bank. Erinnern wir uns daran, dass Dollarama zwar ein Lebensmittelladen als letzte Möglichkeit für die Armen ist, aber trotzdem ungesundes Zeug verkauft und eines der schlimmsten Unternehmen in Quebec ist, weil es seine Arbeiter*innen schlecht behandelt. Und auf der anderen Seite investiert die Nationalbank Milliarden in mehrere wichtige Ölprojekte. Angesichts dieser Selbstverteidigung der Armen gegen ihre Unterdrücker*innen ging die Polizei gewaltsam gegen die Demonstration vor: Knüppel, Gas und Schläge waren auf dem Programm.

Ursprünglich veröffentlicht von Collective Opposed to Police Brutality. Übersetzt von Riot Turtle.

Wir haben in St-Henri demonstriert, einem armen Arbeiter*innenstadtteil, der wie viele andere in der Stadt zunehmend der Gentrifizierung zum Opfer fällt. Die Ansiedlung neuer, angesagter Geschäfte hat die alten, erschwinglichen Räume verdrängt, und die Mieten schießen nun in die Höhe. Aber St-Henri ist auch ein Hochburg des Kolonialismus, in der Nähe der Eisenbahnstrecken, des Lachine-Kanals … kurz gesagt, von allem, was zur Ausplünderung der indigenen Gebiete genutzt wird. Die Arbeiter*innen von St-Henri wissen das sehr gut, sie haben lange in den Ausbeuter*innenbetrieben der Gegend gearbeitet, um diesen Raub in für sie zu teuren Ramsch zu verwandeln. Und auch wenn die meisten Sweatshops verschwunden sind, geht die Plünderung weiter, sei es durch den Bau von Eigentumswohnungen im Kanien’kehá:ka-Gebiet, den Bau einer Pipeline im Wet’suwet’en-Gebiet oder die Abholzung von Urwäldern im Pacheedaht-Gebiet.

Wir müssen die koloniale Polizei tatsächlich abschaffen. Sie ist kolonial, denn dafür ist die Polizei da, um die Siedler*innen zu verteidigen. Es ist der bewaffnete Arm des israelischen Staates, der die Siedler*innen in Palästina verteidigt. Es ist der bewaffnete Arm von Saudi-Arabien, der im Jemen einmarschiert. Und es ist der bewaffnete Arm Russlands, der in der Ukraine einmarschiert. Und während Kanada die Ukraine unterstützt – und das ist gut so – zögert es nicht, dem starken Arm der Unterdrückung, sowohl in Israel als auch in Saudi-Arabien, Waffen zu liefern. Und Kanada bewaffnet seine eigene RCMP, seine koloniale Polizeitruppe, um in das Land der indigenen Völker einzugreifen, sei es das Land der Wet’suwet’en oder das Land der Pacheedaht.

Wir haben nichts zu verlieren außer unseren Ketten. Alle Angriffe auf den Staat und das Kapital sind gerechtfertigt.

Und schließlich suchen wir Zeug*innen: Wenn du verhaftet oder misshandelt wurdest oder Zeuge von Polizeigewalt geworden bist, wende dich bitte an die COBP unter: cobp[@]riseup.net

Wir erinnern euch auch daran, dass ihr vorsichtig sein solltet, was ihr in den sozialen Medien veröffentlicht.

Wir danken André Querry für die Fotos

Das COBP


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