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Prozessbeginn von Adel [Berlin]

Berlin. Liebe Freund*Innen, liebe Genoss*Innen, heute in exakt einem Monat am Freitag, den 19.11.2021, beginnt vor dem Amtsgericht Tiergarten der Prozess gegen unseren Freund und Genossen Adel.

Ursprünglich veröffentlicht von Free Adel.

Im Sinne des antifaschistischen Selbstschutzes rufen wir zur überregionalen und solidarischen Prozessbeobachtung auf! Es werden Personen erwartet, die dem gewaltbereiten rechtsradikalen Spektrum zuzuordnen sind und zahlreiche Bullen darunter auch szenekundige Beamte sind als Zeugen geladen. Keine Nazis im Gerichtsaal! Lassen wir Adel nicht allein und zeigen klare Kante gegen Faschist*Innen und die Klassenjustiz! Vor dem Gerichtsgebäude in Moabit wird es eine antifaschistische Kundgebung geben. Im Anschluss werden wir gemeinsam ins Gericht ziehen, um dem ersten Prozesstag kritisch beizuwohnen und ein Zeichen gegen die Kriminalisierung legitimer antifaschistischer Interventionen zu setzen! Uhrzeit des Prozessauftakts und der antifaschistischen Kundgebung, geben wir rechtzeitig bekannt. Ein ausführlicher Aufruf folgt demnächst. 

FREIHEIT FÜR ADEL UND ALLE ANTIFASCHIST*INNEN

1. Kommuniqué

Free Adel

Liebe Freund*Innen, liebe Genoss*Innen, ihr seht und hört von uns in letzter Zeit einiges, doch wisst eigentlich nicht so richtig,wer wir sind. Daher möchten wir uns heute offiziell bei euch vorstellen. Wir sind “Free Adel-Free all Antifascists” eine unabhängige, spektrenübergreifende und antifaschistische Antirepressions-Gruppe/Kampagne, die sich bereits im März 2021 zusammengefunden hat als unser Freund & Genosse Adel nach einer Auseinandersetzung mit
rechten Demonstrant*Innen von den Bullen festgenommen und willkürlich in Untersuchungshaft gesteckt wurde. Im Zuge dieser Festnahme kam es von Seiten der Berliner Polizei zu rassistischen & menschenverachtenden Äußerungen gegenüber Adel. Auch der von den Bullen forcierte Haftgrund der “Fluchtgefahr” diente einzig und allein, dem Zweck einen weiteren Antifaschisten zu brechen. Dieser Fall und die jüngsten Ereignisse, in denen bundesweit Antifaschist*Innen wie Lina, Jo & Dy , Findus, Jan und Ferhat oder aktuell in Frankreich die Genoss*Innen und Freund*Innen der GALE Lyon langjährige Haftstrafen drohen oder sie bereits absitzen müssen, machen uns Sorgen und wütend zugleich!

Repressionen gegen Linke, besonders hier in Deutschland haben Tradition . Wir erinnern an die Bismarkschen Sozialistengesetze, die “gemeingefährliche” Bestrebungen unterbinden sollten aber dabei nur darauf abzielten, politische Feinde mundtot und nicht mehr handlungsfähig zu machen, die unzähligen medienwirksam inszinierten Gerichtsprozesse gegen Linke, in denen der Paragraph 129a & 129b (Bildung einer terroristischen/ kriminellen Vereinigung) angewendet wurde, um größenwahnsinnige Ermittlungen und hohe Haftstrafen zu begründen, die Liste ist lang. In letzter Zeit geraten immer mehr Antifaschist*Innen in den Fokus von Polizei & Justiz. Dabei sind viele Anklagen gegen jene Aktivist*Innen meist schwammig und rein auf Indizien basierend, wenn überhaupt. Die Rolle von Polizei und Verfassungsschutz im NSU-Komplex und diversen anderen Fällen verdeutlicht nur mehr, dass wir uns auf diesen Staat nicht verlassen wollen und können. Diese Zustände müssen ein Ende haben, daher sehen wir den Weg des militanten & konsequenten Antifaschismus im großen und ganzen als notwendig und legitim an und dessen Kriminalisierung als Kampfansage an unsere Bewegung, die wir nicht unbeantwortet lassen und mit der wir uns mit bedingungsloser Solidarität entgegenstellen.

Wir haben uns dazu entschlossen, uns europaweit mit allen von Repression und Polizeigewalt betroffenen Antifaschist*Innen zu solidarisieren. Unsere Aufgabe wird sein, Antifaschist*Innen aus den Fängen der Justiz zu holen, sie im Kampf gegen die Repression zu unterstützen und sie vor der Kriminalisierung legitimer antifaschistischer Interventionen zu schützen.

Oktober 2021

“FREE ADEL – FREE ALL ANTIFASCISTS”


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