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RASH Wuppertal: „In unseren Träumen und Kämpfen leben sie weiter“

UPDATE: Die Veranstaltung wurde wegegen Corona-Fälle abgesagt. Im Rahmen der always in our mind Kampagne wollen wir am 22. März, 2022, ermordeter Antifaschist*innen gedenken. Dazu zeigen wir ab 19:00 Uhr einen Film in Schmitz‘ Katze (Hochstraße 23, 42105 Wuppertal). Also kommt vorbei!!!

Am Montag den 28. März 2022 jährt sich der Mord an den Punk Thomas Schulz zum 17ten Mal. Der 31jährige Thomas, von seinen Punk-Freundinnen auch Schmuddel genannt, wurde am Ostermontag 2005 in der Dortmunder U-Bahnstation Kampstraße von einem Mitglied der „Skinheadfront Dortmund Dorstfeld“ erstochen.

In einer kleinen Gruppe Punks war Schmuddel auf den Weg zu einem Konzert, als sie Sven Kahlin von der „Skinheadfront Dortmund Dorstfeld“ und dessen Freundin in der U-Bahn-Station Kampstraße über den Weg liefen. Zwischen den beiden Gruppen entspann sich ein Wortgefecht. Während die Gruppe der Punks weiter ging, wollte Schmuddel den Disput fortsetzen. Er folgte Kahlin bis auf den Bahnsteig, hatte aber nicht bemerkt, dass der Naziskin längst ein Messer gezogen hatte. Kahlin rammte das Messer dem überraschten Schmuddel bis zum Heft in die Brust. Schmuddel brach zusammen und war auch nicht durch den raschen Einsatz eines Notarztes zu retten. Er verstarb noch am selben Abend und hinterließ zwei kleine Kinder.

Das zuständige Gericht bewertete die Tat als Totschlag und nicht als Mord. Zudem wurde der politische Hintergrund der Tat nicht als solcher anerkannt und Schmuddel gilt nicht als Opfer rechter Gewalt.


Im Dezember 2008 entstand in Bochum ein Graffito mit der Parole „In unseren Träumen und Kämpfen leben sie weiter“ zu Schmuddel und sechs weiteren jugendlichen Antifaschisten, die in den Jahren 2003 bis 2008 von Nazis in Europa ermordet wurden:

Davide Cesare (16.03.2003; Mailand),

Timur Kacharava, (13.11.2005; St.Petersburg)

Renato Biagetti (28.08.2006; Rom),

Carlos Palomino (11.11.2007; Madrid),

Jan Kuchera (18.01.2008; Příbram),

Feodor Filatov (10.10.2008; Moskau),

Im Jahr 2009 machte die Gruppe Azzoncao mit einem Filmemacher zu diesem Graffito einen halbstündigen Film.

Wir wollen diesen Film am 22. März in Schmitz Katze zeigen und uns von einem der Filmemacher die Entstehungsgeschichte des Graffito, des Films und den dazugehörigen Interviews in Russland, Italien und Spanien erzählen lassen. Wie wurde hier antifaschistische Erinnerungs- und Gedenkarbeit geleistet?

Wir vergessen nicht!

Wir werden weiter an Schmuddel und an alle Opfer rechter Gewalt erinnern.

Wir vergeben nicht!

Nicht dem Täter und nicht seiner mörderischen Ideologie.

Denn Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

RASH Wuppertal


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