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Erklärung: Kommerziellen Sozialen Medien und digitale Zensur – Englischsprachigen Enough 14 Facebook-Seite auf Facebook verboten

Gestern Abend wurde die englischsprachigen Enough 14 Facebook-Seite verboten und von Facebook gelöscht. Eine Erklärung einiger Genoss:innen des Enough 14-Kollektivs zu Kommerziellen Sozialen Medien und digitaler Zensur. Die deutschsprachigen Enough Facebook Seite wurde nicht gelöscht, wir werden sie aber nicht länger benützen. Enough is Enough!

Publiziert von Enough 14.

Facebook hat mehrere Seiten gelöscht, unsere englischsprachigen Facebook-Seite war nur eine von vielen Seiten, die von Mark Suckerbergs kommerziellen Social Media-Plattform verboten wurden. Zu den vielen anderen Seiten, die von Facebook verboten wurden, gehören u.a. CrimethInc, Its Going Down, die PNW Youth Liberation Front und Sole.

In einer Erklärung sagte Facebook:

Heute gehen wir gegen Facebook-Seiten, Gruppen und Instagram-Konten vor, die mit anarchistischen offline Gruppen verbunden sind, die Gewalttaten inmitten von Protesten, in den USA ansässigen Milizorganisationen und QAnon unterstützen.

Dieses Zitat zeigt, dass die Menschen, die darüber entscheiden, welche Inhalte zensiert werden, eigentlich gar nicht wissen, was sie tun. Es gibt keine „anarchistischen offline Gruppen“, die rechtsextreme Gruppen wie QAnon unterstützen. Wie viele Facebook-Seiten der Polizei wurden von Facebook abgeschaltet? Die Polizei, die für zahlreiche Todesfälle verantwortlich ist und „Gewalttaten inmitten von Protesten“ verübt. Und was ist mit Seiten von Staaten, die in andere Territorien einmarschiert sind? Facebook hat kein Problem mit gewalttätigen Gruppen, solange diese Gruppen Teil der herrschenden Klasse sind oder für sie arbeiten.

Die Facebook-Aktion ist ein direktes Ergebnis des Drucks der Trump-Regierung, hart gegen anarchistische und antifaschistische Gruppen vorzugehen, nachdem die Polizei George Floyd ermordet hatte, und der darauf folgenden Revolte. Es handelt sich um ein hartes Durchgreifen gegen soziale Bewegungen, nachdem Donald Trump dieses Durchgreifen in einer Reihe von Social-Media-Posts in den vergangenen Monaten gefordert hatte. Obwohl wir in Europa ansässig sind, berichteten wir viel über die anhaltende Revolte in den USA und haben viele Leser, die auf Turtle Island leben. Das scheint die Trump-Administration und Komplizen wie Mark Suckerberg zu stören.

Digitale Zensur ist nicht neu, und wir haben diesen repressiven Schritt von Facebook schon längst erwartet. Auch Twitter verschärft seine „Vorschriften“. Kommerziellen sozialen Medien sind in den Händen der Bosse, und es war nur eine Frage der Zeit, dass sie gegen anarchistische Projekte hart durchgreifen würden.

Sich auf kommerziellen soziale Medien zu verlassen, um unsere Botschaft zu verbreiten, ist nicht das Klügste, was wir tun können, und wir hassen Facebook und Twitter sogar. Wir sehen das Facebook-Verbot als eine Chance. Es wird unsere Bemühungen verstärken, unsere eigenen Netzwerke aufzubauen, auf der Straße und in der virtuellen Welt. Wir haben schon vor Monaten mit dem Aufbau unseres Mastodon-Kontos angefangen, um unabhängiger von „Corporate Social Media“ zu werden, und einer der Gründe, warum wir im Dezember 2018 das Enough Info-Café eröffnet haben, war, unsere Arbeit in der Nachbarschaft wieder zu intensivieren. Obwohl der Enough-Raum aufgrund der deutschen COVID 19-Bestimmungen in ernsthaften Schwierigkeiten ist, haben wir nicht die Absicht, das Projekt aufzugeben und zu schließen.

Lasst uns das Facebook-Verbot als Chance nutzen, um diesen Alptraum der Konzerne hinter uns zu lassen und weiterzumachen. Stuttgart, Den Haag und Paris zeigen, dass es vieles zu tun gibt. Eine neue Welt entsteht. Eine Welt ohne Suckerbergs und Trump. Sie entwickelt sich auf den Straßen.

Einige des Enough 14 Kollektivs



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