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#Italien: Wir werden morgen für das bezahlen, was wir heute nicht bekämpfen

Rovereto. Italien. Flugblatt, das am 12. November in Rovereto während der Kundgebung in Solidarität mit den angeklagten Anarchist:innen in Rovereto verteilt wurde.

Ursprünglich veröffentlicht von Il Rovescio. Übersetzt von Enough 14.

Nur ein Wort: „Ausgangssperre“. Die Tatsache, dass die Staaten die Gesundheitsfürsorge nutzen, um eine Maßnahme durchzusetzen, die historisch immer die militärische Besetzung eines Territoriums bedeutet hat, sagt uns deutlich, in welche Ära wir eingetreten sind. Wenn 16 Millionen Nerze geschlachtet werden müssen – wie es in Dänemark geschieht – und 280.000 Menschen, die in der Nähe der Bauernhöfe leben, evakuiert werden müssen, um eine noch gefährlichere Form von Covid-19 zu stoppen, ist es an der Zeit zu verstehen, dass ein Produktionssystem, das sich im Krieg mit der Natur befindet, nur globale Krankheiten und andere Katastrophen verursachen kann. Wenn während einer Pandemie die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer werden, wird die strukturelle Gewalt dieser Gesellschaft für viele vielleicht noch deutlicher.

Jemand versucht, auf diese Gewalt zu reagieren. Weil er/sie sich eine andere Welt wünscht, oder einfach, weil er/sie es nicht mehr aushält.

Allein in der Provinz Modena sind vierhundert Logistik-Arbeiter:innen angeklagt worden, und 120 stehen wegen der Beteiligung an Streikposten gegen Italpizza vor Gericht. Für einen Streikposten, eine historische Waffe der Arbeiter:innenklasse, riskieren Menschen heute dank der von der Lega-5-Sterne-Regierung eingeführten „Sicherheitspakete“ bis zu zwölf Jahre Gefängnis.

In ganz Italien sitzen dreihundert Anarchist:innen wegen einer Reihe von Operationen, die von den verschiedenen Staatsanwaltschaften angeordnet wurden, hinter Gittern oder werden bald hinter Gittern sitzen.

Insbesondere beginnt am 28. November der Prozess gegen Juan Sorroche, einen anarchistischen Genossen, der immer an unserer Seite stand und an der Seite all derer, die sich – im Trentino, im Valsusa oder anderswo – gegen Umweltzerstörung und soziale Ungerechtigkeit eingesetzt haben. Juan, der seit anderthalb Jahren im AS2-Abschnitt des Gefängnisses von Terni inhaftiert ist, wird beschuldigt, im August 2018 gegen die Parteizentrale der Lega in Treviso vorgegangen zu sein. Während die Führungsspitze von Autostrade per l’Italia [1] unter Hausarrest steht, weil sie wissentlich eine Brücke einstürzen ließ, anstatt Geld für ihren Instandhaltung auszugeben, wird unser Genosse wegen eines Angriffs mit Sprengstoff gegen einen Bereich des staatlichen Rassismus des „Massakers“ (ein potenziell zu lebenslanger Haft verurteilbares Verbrechen) beschuldigt…

Diese Gesellschaft ist eine Lokomotive ohne Bremsen, die auf den Abgrund zusteuert. Diejenigen, die versuchen, die Notbremse zu ziehen, diejenigen, die das Rennen sabotieren, diejenigen, die den Lokführer angreifen (anstatt diejenigen anzugreifen, die ihre Fahrkarte in der dritten Klasse nicht bezahlen), sind unsere Genoss:innen, unsere Gefährt:innen.

Absturz oder Aufstand. Wir haben die Wahl.

Anarchistinnen und Anarchisten

Fußnoten

[1] Die Autostrade per l’Italia S.p.A. ist der größte Betreiber mautpflichtiger Straßen in Italien. Sie ist zu 100 Prozent im Besitz der Muttergesellschaft Atlantia. https://de.wikipedia.org/wiki/Autostrade_per_l%E2%80%99Italia




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