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Brief von Hermann, anarchistischer Gefangener der Revolte in Barcelona

Barcelona. Brief von Hermann, anarchistischer Gefangener der Barcelona-Revolte.

Ursprünglich veröffentlicht von presxs27febrer. Übersetzt von Riot Turtle.

Liebe Genoss:innen,

ich schreibe diesen Brief vor allem, um euch zu der großartigen Arbeit zu beglückwünschen, die ihr seit dem Tag unserer Verhaftung geleistet habt und weiterhin leistet, und um euch für die Solidarität und Zuneigung zu danken, die mich auch aus vielen Kilometern Entfernung erreicht hat; und auch, um einen, wenn auch nur theoretischen, Beitrag zu der Debatte und dem Kampf zu leisten, den ihr für meine Befreiung und die von uns allen weiterführt.

Mein Name ist Hermann und ich bin einer der Empfänger der vorbeugenden Maßnahmen, inhaftiert am 27.2., ein Konstrukt des Polizeiapparates, das die gesamte antikapitalistische Bewegung schädigen soll.

Ich kann nicht als Anarchist:in auftreten, denn solange es Ausbeuter und Ausbeuterinnen, Gendarm:innen und Kerker gibt, kann sich kein Mensch frei nennen.

Aber ich mache die Anarchie zu meinem Horizont und die Instrumente des Anarchismus zu den Mitteln, um sie zu erreichen. Zu wissen, dass der Weg dorthin unendlich ist, wir ihm aber immer wieder näher kommen können.

Genoss:innen, ich weiß, dass die Mauer, die uns trennt, beängstigend ist, aber es ist wahr, dass sie auf beiden Seiten gleichermaßen ihren Schatten wirft, und bis wir es geschafft haben, sie niederzureißen, werden wir nicht frei sein, auf welcher Seite wir uns auch immer befinden.

Wir werfen unser Herz über die Hürde und folgen dem begonnenen Weg ohne Furcht.

Lasst uns dafür sorgen, dass von jedem Gefängnis, ob physisch oder nicht, nur Trümmer übrig bleiben. Die einzige Reform, an der wir interessiert sind, das einzige Ziel, das wir erreichen wollen.

Liebe Genoss:innen, mir bleibt nur, euch/uns die Kraft zu wünschen, diesen sehr harten Kampf, von dem alles abhängt, weiterzuführen.

Eine Umarmung für euch alle und ich bedanke mich noch einmal für eure Wärme, die mich jeden Tag erreicht und die mir das Gefühl gibt, unter euch zu sein.

Wir sehen uns bald im Kampf

Es lebe die Freiheit

Es lebe die Anarchie

18-4-21

Hermann

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