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Kolumbien: Demonstration und brutale Repression in Bucaramanga am 19. Mai

Kolumbien. Bucaramanga. 19. Mai. 2021. Die Stadt Bucaramanga erlebte einen komplizierten Tag, nachdem die Sicherheitskräfte die von den Einwohner*innen durchgeführten Demonstrationen an diesem Mittwoch, dem 19. Mai, gewaltsam unterdrückt hatten. Menschenrechtsorganisationen berichteten von mehr als 30 Verletzten, darunter eine Person mit einer Augenverletzung durch einen Treffer einer ESMAD-Waffe und mehrere Verhaftete im Stadtgebiet von Bucaramanga.

Ursprünglich veröffentlicht von Colombia Informa. Übersetzt von Riot Turtle.

Seit 21 Tagen gehen Tausende von Menschen in Santander auf die Straße, um ihre Unzufriedenheit mit der Regierung von Präsident Iván Duque zu demonstrieren. Diese Tage sind geprägt von starker Repression der Polizei gegen die Aktivist*innen.

Auch gestern war Bucaramanga das Epizentrum eines gewalttätigen Tages, der nach Angaben der Rechts- und Menschenrechtsorganisation Equipo Jurídico Pueblos -EJP- eine Bilanz von mehr als 30 Verletzten durch Angriffe der ESMAD und der Polizei zur Folge hatte.

Gegen 18:00 Uhr erreichte die Demonstration die Umgebung der Universidad Industrial de Santander -UIS-, nachdem sie von der ESMAD gewaltsam bekämpft und von der Nationalen Armee bedrängt worden war. Die Unversehrtheit der Demonstrant*innen wurde mehrfach durch die Aktionen der ESMAD bedroht und angegriffen, die mit Tränengas, Blendgranaten und Wasserwerfern versuchten, die Demonstrationen aufzulösen.

Übersetzung Tweet oben: „SIE GREIFEN UNS AN DER INDUSTRIELLEN UNIVERSITÄT VON SANTANDER AN.
21:55 UHR IN DER NACHT DES 19. MAI 2021.
DER ESMAD LÄSST WEDER MENSCHENRECHTSAKTIVIST*INNEN NOCH KRANKENWAGEN PASSIEREN.
VERBREITET DIESE NACHRICHT.
SOSUIS #sosuis #SOSColombia“

„In unverhältnismäßiger und willkürlicher Weise greift der ESMAD weiterhin Demonstranten an. Es ist besorgniserregend, dass nach den mehrfachen Beschwerden über die illegitimen und illegalen Aktionen der Sicherheitskräfte der Angriff gegen die Praxis des sozialen Protests weitergeht und mit zunehmender Intensität“, prangerte das Pueblos Legal Team damals an, nachdem zwei Panzer mit hoher Geschwindigkeit vorrückten, ohne Rücksicht auf die Menschen, die auf der Straße waren.

Facebook video: facebook.com/DerechosdelosPueblos/videos/372283587554690

Von 20 bis 22 Uhr erlebten Hunderte von Demonstrant*innen Momente der Angst, nachdem sie von der ESMAD innerhalb der Universitätsanlagen komplett in die Enge getrieben worden waren.

Aufgrund des Tränengaseinsatzes wurden mehr als 20 Personen als verletzt gemeldet, die von Mitglieder*innen des Sanitätsdienstes versorgt wurden. Unter den Verletzten wurde ein junger Mann von einem stumpfen Gegenstand des ESMAD im Auge getroffen; sein Augenleiden ist bisher unverändert.

Einem Demonstrant*inn zufolge hat ESMAD offenbar Tränengasgranaten geworfen, die eindeutig abgelaufen waren, da die Datumsangaben ausradiert waren oder nicht übereinstimmten; mit anderen Worten, sie waren abgelaufen, was die Gesundheit der Menschen, die die Chemikalien einatmeten, in große Gefahr brachte.

Erst gegen 22:30 Uhr konnte durch den Druck von Menschenrechtsaktivist*innen ein humanitärer Korridor für die Eingekesselten geöffnet werden.

Verfolgung von sozialen Protesten

Am Morgen des 19. Mai prangerte das Universitätskomitee für Menschenrechte des Großraums Bucaramanga an, dass die Polizei Schikanen und offensichtliche richterliche Maßnahmen gegen die Demonstrant*innen auf der Puerta del Sol durchgeführt habe. Sie prangerten auch an, dass die Personen von der Polizei wegen eines angeblichen Raubüberfalls auf einen Agenten der SIJÍN irregulär festgenommen und in Transportern transportiert wurden, die nicht mit Polizeiabzeichen gekennzeichnet waren.

Darüber hinaus prangern sie an, dass Angehörige der Nationalen Armee in der Nähe der Fünften Brigade eine Person ohne Rechtfertigung festhalten und nach Ansicht des Komitees die Befugnisse und Kompetenzen überschreiten, die sie im Zusammenhang mit den Menschenrechten erfüllen müssen.

„Es ist daher alarmierend, wie kriegsähnlich die nationale Regierung den sozialen Protest angeht, denn es ist offen verfassungswidrig und eine schwere Verletzung der Menschenrechte, dass bewaffnete Soldaten bei einer friedlichen Demonstration anwesend sind, dass sie Filmaufnahmen machen und auch mit der Auflösung der Demonstration drohen. Das Recht auf sozialen Protest ist ein Grundrecht und ein des Staates“, sagt Equipo Jurídico Pueblos gegen die Anwesenheit und Schikanen der Nationalen Armee.

In der Gemeinde Girón wurden ebenfalls 5 Personen verhaftet, die ein Sit-in mit einer Gemeinschaftsküche durchführten.


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