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Mauricio Morales, 11 Jahre später, Die Aufständischen vergessen dich nicht

11 Jahre ist es her, seit deiner letzten Fahrt… 11 Jahre… und wir waren alle überrascht, als sich dein erster Todestag jährte, Mauri. Die Jahre vergehen, aber irgendetwas bleibt doch immer, nicht wahr?

Ursprünglich veröffentlicht von Indymedia DE. Übersetzt von Enough 14

Für diejenigen unter uns, die dich kannten, und für diejenigen unter uns, die dich nach deinem Tod kennenlernten, waren es 11 Jahre, in denen wir dich um uns hatten, 11 Jahre, in denen wir uns weiterhin fortpflanzten, einfielen, belästigten, laut oder im Flüsterton lachten und hartnäckig den Schwarzen Tod propagierten.

Wie viel in diesen Jahren geschehen ist, lässt sich mit keinem rationalen Maß messen. Es gibt diejenigen, welche behaupten werden, dass wir verloren haben, andere, dass wir viel gewonnen haben, worauf es wirklich ankommt, ist, dass wir weitermachen… und dass die Anarchie als konkrete Praxis gegen jede Form der Herrschaft, als ständige Praxis, ungehemmt weitergeht. Und darum erfreuen sich unsere Toten einer hervorragenden Gesundheit und lachen auch weiterhin, heute schon in anderen Lachern.

Wie sehr Du die Straßen in diesen Monaten genossen hättest, Wir müssen lächeln wenn wir uns deine Antwort vorstellen, aber Du, Mauri, warst in den denkwürdigen Tagen, in dem Chaos und seinen süßen Delirien. Du warst dort, denn es gibt Menschen, die beharrlich darauf bestehen, mit dir in dieses Chaos zu gehen.

Auf diese Weise wurden Kamerad*innenschaft, bildhaftes Gedenken und Solidarität genährt, gegen jede Grenze, Repression und Tod… wie man vor einigen Jahren aus einem Gefängnis in der Schweiz schrieb.

Nach der Aktion vom 22. Mai 2009, bei der Du den Tod gefunden hast, nachdem Du die Kerkermeister angegriffen hattest, gab es keine Verständigung, aus der Du Deine Position deutlich gemacht hast… aber da war Dein Leben, Deine Schriften, Deine Gedichte, Lieder, Deine Geschichten, Deine Erfahrungen, die von Stolpern, Fehlern, Wutausbrüchen, Lachen und Erfolgen geplagt waren, Deine ständige Beharrlichkeit, mit allen notwendigen Mitteln zu versuchen, die Nacht zu erhellen und die Party für die Kerkermeister*innen der Welt zu versauen.

Diese Schriften sind von Herz zu Herz geflogen, auf der Suche nach aktiven Händen, in denen die Anarchie überwiegt. In deinen Briefen aus schwarzer Tinte löst sich der Strang deiner Ideen, Gefühle und Überzeugungen auf, es wird deutlich, wer du entschieden hast zu sein und welche Wege du selbst unter dem Risiko von allem gegangen bist… ohne Applaus von der Tribüne zu erwarten, ohne nach einem Konsens, Massenbefriedung oder Beliebtheitsstimmen zu suchen.

In deinen Schriften haben diejenigen, welche dich nicht kannten, dich gefunden und ihre eigenen Bande der Kompliz*innenschaft geschmiedet, dies ist die Macht der schwarzen Erinnerung, welche genau dort Furchen und Wege öffnet, wo Polizei, Journalist*innen oder Bürger*innen beleidigt werden sollen… so lebenswichtig ist dieses Aufeinandertreffen von Gefährt*innen, Erfahrungen und Generationen, dass bei dem Versuch, diese Bande zu durchtrennen, 11 Jahre nach deinem Tod Gemurmel zu hören ist, welches ein Echo journalistischer Erfindungen ist. Es ist eine Freude, dass du immer noch nicht populär geworden bist… aber du bist unter unseresgleichen anwesend, unter denen, die sich nicht zähmen lassen und die sich entscheiden, ihre bitteren Geister nicht zu zähmen, und so breitet sich der Widerhall deines spöttischen Lachens immer noch in den Straßen aus und entzündet selbst in den traurigsten und kältesten Nächten Feuer.

Es gibt keinen Tag, an dem deine Abwesenheit nicht schmerzt, aber hier machen wir weiter… Du wirst in unserem Leben weiterleben Mauri.

Jenseits aller Umstände und jeder Pandemie…

durch Anarchie und gegen jede Autorität werden wir auch weiterhin die schlimmste schwarze Pest bleiben!

In grenzenloser Liebe…

Für alle Genoss*innen, die gegangen sind…

Für all jene, welche den Puls des Konflikts weiter erhöhen…

Für Kriegsgefangene…

Unsere Erinnerung ist schwarz, unser Herz auch…

Ewige Verachtung für den Kerkermeister!


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