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#Chile: Eure Siege Sind Nicht Die Unseren!

Erklärung aus Chile von 18.11.2019.

Ursprünglich veröffentlicht von Vamos hacia la vida. Übersetzt von Eiszeit für Barrikade Info.

Gegen den Sozialpakt der Parteien der herrschenden Ordnung. Nichts mehr wird so sein wie früher!

Seit Beginn der Revolte – vor über einem Monat – haben die Mächtigen erfolglos versucht die Kraft der sozialen Bewegung zu entschärfen. Die Bullen und das Militär haben aufgrund ihres skrupellosen Auftretens praktisch keinen Rückhalt in der Bevölkerung und das Klassenbewusstsein der Proletarier*innen hat sich im Inneren der Gemeinschaften, die sich im Kampf entwickelten, konstant verstärkt. Dank der sozialen Bewegung konnten wir uns neu erfinden. Eine Welle der Kreativität und Organisation hat uns ermöglicht, die verlorengegangenen Gemeinschaftsbeziehungen wiederherzustellen und die kapitalistischen Lügen zu enttarnen.
Der Staat und die Bourgeoisie haben verstanden, dass sich das Proletariat im Kampf von unten konstituiert. Deshalb setzen sie auf die Einheit von oben und auf den neuen Sozialpakt. Das Verlangen nach „Frieden“ und „Normalität“ innerhalb des kapitalistischen Friedhofs, eint die Bourgeoisie und die Polizei ist sich dessen bewusst. Daher entfesselte sie ohne Bedenken ihre brutale Gewalt, denn sie wissen, dass praktisch keine Kritik seitens der Mehrheit der Politiker*innen zu erwarten ist. Das Vorgehen der Polizei führte zum Tod von Abel Acuña. Er starb im Herzen der Proteste, in der „Plaza de la Dignidad“.
Die Einigung der politischen Parteien wurde unter vier Wänden getroffen. Eine Einigung die die Bevölkerung nicht repräsentiert und vom alten politischen Establishment getragen wird, dessen linke Fraktion zwar davon spricht, dass wir „noch nichts gewonnen haben“, aber unter „echten Errungenschaften“, mittelmäßige legale Anpassungen und demütigende Krümel versteht. Dies wird vom „Abkommen für sozialen Frieden und eine neue Verfassung“ verkörpert.
Sie versuchen uns zu spalten und wollen uns weismachen, dass bereits genug protestiert wurde. Sie wollen dass wir glauben, dass wir nur im Rahmen der Normalität und dieses herrschenden und überholten Systems „etwas“ erreichen können. Mit einem Pakt mit Mördern, wollen wir nichts zu tun haben. Wir lassen uns nicht täuschen, ihre Siege sind nicht unsere Siege und werden es auch nie sein!

Wir fordern:

  • Ende der Straffreiheit: Klärung der politischen Verantwortung aller Todesfälle, Folterungen, Verstümmelungen und Vergewaltigungen durch Bullen und Militärs. Strafverfolgung aller hohen Beamten.
     Auflösung der Polizei. Nie wieder „Comandos Jungla“ („Dschungelkommandos“, eine Spezialeinheit der Polizei. Anm. d. Ü) oder Spezialkräfte, denn die einzige Funktion die sie erfüllen ist, die Armen zu unterdrücken.
  • Befreiung und Freispruch für alle Angeklagten der proletarischen Revolte.

Wir rufen dazu auf:

  • Die Mobilisierungen aufrechtzuerhalten
  • Den Generalstreik und die Interventionen in verschiedenen Produktionssektoren zu vertiefen
  • Die territorialen Versammlungen zu stärken. Sie sind ein unmittelbares Werkzeug gegen die Rekuperation und die Zermürbung. Die Erschaffung von Koordinierungskomitees kann die Vernetzung zwischen den unterschiedlichen territorialen Versammlungen erleichtern.

Chile 18.11.19



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