Das antirassistische Grenzcamp 2012 in Koln ist vielen immer noch als unrühmlicher Höhepunkt eines linksradikalen Autoritarismus in Erinnerung. Alle waren geschockt und paralysiert von der missbräuchlich-autoritären Auslegung des berechtigen Konzepts einer critical whiteness. Darüber wurden zahlreiche ungläubige (also zweifelnde) Genoss*innen mit Rassismusvorwürfen belegt und vom Camp ausgeschlossen. Die Vorwürfe durften nicht diskutiert werden, der Ausschluss blieb damit unhinterfragbar. Wärend des Camps hat die autonome Linke es nicht geschafft, sich erfolgreich und konsequent gegen einen derart machtbewussten Missbrauch einer vorgeblichen Diskurs-‚Awareness‘ zu wehren. Im Nachhinein habe viele ihre Sprache wiedergefunden und ein solches Vorgehen als autoritär-antilinks, regressiv-inquisitorisch und strukturell rechts bezeichnet. Ein Paradestück in Sachen Selbstzerlegung linker Strukturen. Wüssten wir nicht von der offenen Flanke weiter Teile der radikalen Linken gegenüber autoritären Anwandlungen, könnte man eine externe Inszenierung vermuten, die auf Zersetzung in Selbstbeschäftigung zielte.
Radikaler Zweifel weiterlesenGefällt mir:
Gefällt mir Wird geladen …