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#GaiDao: “Jineoloji erleuchtet mit der Natur der Frau die gesellschaftliche Realität”

Hinweis: Die auf unserem Blog veröffentlichten Artikel werden ausschließlich zur Dokumentation publiziert.

Original Veröffentlichung in GaiDao 87, März 2018. Die komplette Ausgabe findet ihr hier.

Die erste Konferenz der Wissenschaft der Frau und des auf Freiheit basierenden Zusammenlebens in Nord-Syrien.

Von: Viktoria Krieger

Vom 12. bis 13. Januar 2018 fand in Derik, gelegen in Nord-Syrien/Rojava, die erste Jineoloji-Konferenz in der Region statt. Zweihundert Delegierte aus allen in der Region vertretenen sozialen, ethnischen und religiösen Gruppen – Kurdinnen, Araberinnen, Turkmeninnen, Armenierinnen, Assyrerinnen, Syrerinnen sowie Muslimas, Ezidinnen, Alevitinnen, Christinnen und Frauen aller Generationen nahmen an der Konferenz teil. Hiermit war die Konferenz zugleich Ausdruck des Prinzips der “Demokratischen Nation”. Dies bedeutet die gleichwertige Teilnahme aller Personen und Gruppen an dem selbstverwalteten, basisdemokratischen System unter Berücksichtigung der Unterschiede in dem Sinne, dass die eigene Kultur und Sprache jeder Gruppe bewahrt und somit unter dem Grundsatz “Vielfalt ist Reichtum” ein freies Zusammenleben erreicht wird. Auch Internationalistinnen aus Deutschland, Italien, Frankreich, England, Katalonien, Russland und Indonesien nahmen an der Konferenz teil. Die Teilnehmerinnen waren aus allen Teilen der Ende 2017 gegründeten Konföderation Nord-Syriens sowie den neu von den Demokratischen Kräften Syriens (SDF) befreiten Gebieten Minbij, Rakka und Tabqa sowie Derazorê, angereist, wo weiterhin der Befreiungs-Krieg gegen den IS (Daesh) andauert. Auch aus dem Kanton Afrin, den der türkische Präsident Erdogan als Hauptangriffs erklärt hat, waren Frauen angereist.

Sie beharren darauf, dass trotz des drohenden Krieges die Aufbauarbeiten für eine befreite Gesellschaft weitergehen müssen. Mit dieser Entschlossenheit kehrten sie nach Afrin zurück. Wenige Tage später machte der türkische Staat seine Drohungen wahr. Seit dem 20. Januar 2018 ist ein weitumfassender Krieg um Afrin ausgebrochen, der Auswirkungen in ganz Rojava zeigt. In diesem Krieg sind die Menschen Rojavas jetzt schon die moralischen Sieger. Denn sie wissen, wofür sie kämpfen und dazu trägt auchdie Jineoloji einen entscheidenden Teil bei. In dieser Atmosphäre kamen Frauen aus verschiedenen Hintergründen zusammen, um sich gegenseitig und in ihrem gemeinsamen Kampf zu stärken. Sie alle kamen zu Wort und äußerten Lob, Kritik und Vorschläge für die Arbeit und Organisierung der Jineoloji. Aber was ist Jineoloji eigentlich? Und warum erregt sie ein so großes Interesse in der Gesellschaft und insbesondere unter den Frauen?

Gaidao-No87-März-2018-web.jpgJineoloji – eine alternative Wissenschaft der Frauen – ist im Rahmen des Freiheitskampfes in Kurdistan und der Revolution in Rojava als Teil der Frauenbewegung entstanden. Sie befindet sich in einem lebhaften Austausch mit der Revolution, von der sie lernt und der sie gleichzeitig auch neue Perspektiven gibt. Jedoch bleibt Jineoloji keinesfalls innerhalb der Grenzen Rojavas, sondern bildet die zurzeit vielleicht bedeutendste wissenschaftliche Perspektive für gesellschaftlichen Wandel und den Kampf für Freiheit weltweit. Im Gegensatz zum Feminismus, den sie als Erbe und Teil von sich versteht, versteht sich die Jineoloji als weiter gefächert, da sie sich nicht nur auf die Frau an sich konzentriert, sondern stattdessen aus weiblicher Sicht die Gesellschaft, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft betrachtet. In diesem Sinne erforscht sie sowohl die Natur der Frau als auch die des Mannes und nimmt sich auf dieser Grundlage zum Ziel, ein Zusammenleben der menschlichen Gesellschaften und der Natur auf der Grundlage der Freiheit zu verwirklichen.

Jineoloji als Konzept wurde erstmals im Jahre 2008 durch die ideologische Leitfigur und den Repräsentanten des kurdischen Volkes und des Kampfes für eine demokratische, ökologische und geschlechterbefreite Gesellschaft weltweit, Abdullah Öcalan, in seiner dritten Verteidigungsschrift Soziologie der Freiheit”1, zur Sprache gebracht. Er hinterfragt die Rolle der Wissenschaft als subtile Ideologie der Herrschaft und Unterdrückung, die den Grundstein des vorherrschenden Systems, der “Kapitalistische Moderne” bildet.

Die Wissenschaften, insbesondere die Soziologie, entfernen sich von der Gesellschaft und stellen sich stattdessen in den Dienst der Herrschenden. Anders sind Phänomene wie die Atombombe nicht erklärbar. Gleichzeitig wird unter dem Vorwand der Neutralität die Wahrheit verschleiert.

Des Weiteren werden die vorherrschenden Wissenschaften als “positivistisch” kritisiert. Das heißt, dass sie sich nur mit der messbaren Welt beschäftigen und alles andere strikt ablehnen. Dabei wurde dieser Charakter der Wissenschaft bereits vor rund 100 Jahren in seinen Grundfesten erschüttert. Spätestens seit dem Aufkommen der Relativitätstheorie wurde die Unbeständigkeit messbarer Werte belegt. Und mit der Quantentheorie wurde auf der Grundlage des Wissens, dass Licht zur gleichen Zeit sowohl Teilchen als auch Welle sein kann, erkannt, dass eine natürliche Vielseitigkeit besteht. Außerdem wurde durch das Verstehen der wechselseitigen Beziehung zwischen Beobachter*in und Zu-Beobachtendem die Verbundenheit und Lebendigkeit aller Dinge von Neuem entdeckt.

Die Welt besteht nicht nur aus sicht- und messbaren Phänomenen. Sie ist kein Objekt, das es zu erforschen und zu erobern gilt. Eine wahre Wissenschaft muss sich sowohl mit der materiellen als auch mit der geistigen Welt beschäftigen, die Trennung von Subjekt und Objekt.

Aber dabei sind wir noch nicht auf den Kern-, Dreh- und Angelpunkt der Jineoloji eingegangen: Denn die Jineoloji ist die Wissenschaft der Frau und des auf Freiheit basierenden Zusammenlebens. Das wird in der Namensgebung bereits deutlich: “Jin” ist kurdisch und bedeutet Frau und Leben, “loji” kommt von dem griechischen “logos” und bedeutet so viel wie Wort, Grund, Vernunft oder sinngemäß auch Wissenschaft.

Die Jineoloji stützt sich aufWissen und Interpretationen über die Kultur der Mutter-Göttinnen, die ihren Ursprung in der Zeit des Neolithikums hat. Ausgehend von der zentralen Rolle, die Frauen im sozialen Leben spielten, vollzog sich damals eine erste Revolution der Frau. Diese ging einher mit dem Entwickeln von Sprache, Ackerbau, Domestizierung von Tieren und Werkzeugen wie der Handmühle oder der Sichel, sowie dem damit verbundenen Bilden von ersten Siedlungen und Dorfgemeinschaften im Gebiet des Tauros-Zagros-Gebirges. Bisher gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass es zu dieser Zeit größere Auseinandersetzungen, Kriege oder Herrschaftsverhältnisse gegeben hätte. Vielmehr scheint diese Gesellschaft unter weiblicher Koordination eine Quelle von Gerechtigkeit, Gemeinschaftlichkeit und Kreativität gewesen zu sein.

Als erste Kontra-Revolution kann der durch die sumerische Mythologie mit dem allmählichen Verschwinden der weiblichen Mutter-Göttinnen und dem Auftauchen männlicher Götter belegte Sturz der Frau bezeichnet werden. Archäologische Funde der ersten von Menschenhand zerstörten Städte, wie z.B. Hamoukar aus der Zeit von ca. 3.500 v. Chr.2, als Beweise erster Kriege liefern uns den Beleg für fundamentale gesellschaftliche Veränderungen. Von dieser Zeit an bis heute bildet die Zivilisation der Herrschaft und Unterdrückung auf der Grundlage männlicher Dominanz das vorherrschende System. Aber das bedeutet nicht, dass die Kultur der Mutter-Göttinnen vollständig verschwunden wäre. Sie fließt weiterhin in den rebellischen und sich nach Freiheit sehnenden Adern der Gesellschaft.

In diesem Sinne hat sich Jineoloji der Aufgabe verschrieben, die Geschichte, die stets aus der Feder der männlichen Machthaber geschrieben wurde, neu zu bewerten, die Adern der Rebellion und der natürlichen, kommunalen Gesellschaft aufzuspüren und mit neuem Leben zu füllen. Auf dieser Grundlage kann dann ein neues Verständnis von Soziologie entwickelt werden. Angestrebt wird eine Soziologie, die sich möglichst nah an der gesellschaftlichen Wahrheit befindet und die das wissenschaftliche Fundament des Freiheitskampfes stärkt, der durch die Befreiung der Frau die gesamte Gesellschaft befreien wird.

Die theoretischen und praktischen Arbeiten zu Jineoloji haben im Jahre 2012 in den Bergen Kurdistans begonnen und wurden unter Aufnahme dieses Konzeptes von der Frauenbewegung in Rojava seit 2014 in ein konkretes System umgesetzt. Im Rahmen der Konferenz in Derik wurden nun die Arbeiten der letzten Jahre vorgestellt, bewertet, sowie Perspektiven und Pläne für die Zukunft entwickelt.

Die Jineoloji-Strukturen in der Konföderation Nord-Syriens bestehen inzwischen aus Forschungszentren in Afrin, Minbij und Derik, deren Forschungskomitees sowie Repräsentantinnen der Jineoloji in verschiedenen Organisationen, Institutionen und gesellschaftlichen Bereichen. Es wurden weitgefächerte Bildungsarbeiten durchgeführt, sowohl in Akademien als auch in Form von Seminaren, um das Konzept der Jineoloji in der Gesellschaft zu verbreiten. An vielen Schulen wurde bereits Jineoloji als Unterrichtsfach von der 10. bis zur 12. Klasse in den Lehrplan aufgenommen und im letzten Jahr öffnete die Jineoloji-Fakultät an der Rojava-Universität ihre Pforten.

Auch in Zeitschriften, Radio- und Fernsehprogrammen wurde Jineoloji als ein Schwerpunkt aufgenommen. Des Weiteren wurde mit dem Aufbau des Frauendorfes “Jinwar” begonnen, in dem durch Kommunalität und weitest möglicher Selbstversorgung ein selbstbestimmtes Leben aufgebaut wird.

Einen Hauptteil der Konferenz bildete die Vorstellung der Ergebnisse von Forschungsarbeiten, die im vergangenen Jahr in Nord-Syrien/ Rojava bezüglich der Soziologie und Geschichte der Frauen und der Gesellschaft durchgeführt wurden. Die wichtigste Quelle dabei war das soziale Gedächtnis. Mit Hilfe von Hunderten von Interviews in den Kantonen Afrin, Kobane und Cizire wurde versucht, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in dem Leben der Frauen festzustellen. Auch das Besichtigen historischer Orte und archäologischer Fundplätze war ein wichtiger Bestandteil. Auf diese Weise wurden Materialien zu der Geschichte der Frauen in Nord-Syrien, zu dem Grund für den historischen Niedergang der frauenzentrierten Gesellschaft und der Unterdrückung der Frau, zur Realität der Frau in allen Kulturen, Ethnien und Religionen Nord-Syriens sowie zu den Auswirkungen der Revolution auf das Leben der Frauen und der Gesellschaft zusammengetragen. Hierbei wurden Errungenschaften und Veränderungen genauso bewertet wie auch gesellschaftliche Probleme, die noch immer fortbestehen, die es zu verstehen und zu lösen gilt.

Die Teilnehmerinnen der Konferenz bewiesen, dass in jeder Frau eine Jineolojikerin steckt. Beispielsweise berichtete eine Frau aus dem Dorf Hiwa in der Nähe von Qamishlo, dass vor einigen Jahren in ihrem Dorf noch immer anstelle von Geld vorrangig Tauschwirtschaft betrieben wurde. Mädchen, Jungen, Frauen und Männer des Dorfes hätten sich versammelt und gemeinsam bis spät in die Nacht Lieder gesungen und getanzt. In diesen Beschreibungen findet sich eine ganz andere, kommunale Realität fern von Profitgier, Macht und Unterdrückung wieder, die sich im Widerspruch zur “offiziellen” Soziologie befindet.

Eine andere Teilnehmerin verglich die Situation vor der Revolution mit heute und erzählte: “Noch vor einigen Jahren wäre es niemals denkbar gewesen, in der eigenen Sprache lesen oder schreiben zu lernen. Aber heute gehen meine Kinder alle zur Schule und bringen auch mir das Lesen und Schreiben auf Kurdisch bei. Vorher war es außerdem nicht denkbar, dass eine Frau sich ohne die Begleitung eines männlichen Familienmitgliedes frei in der Gesellschaft hätte bewegen können. Und heute haben die Frauen in allen Teilen des sozialen, politischen und wirtschaftlichen Lebens ihre Plätze eingenommen.

Besonders der mutige Kampf der Frauen in den Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) hat eine große gesellschaftliche Veränderung mit sich gebracht. Ich fühle eine unbeschreibliche Freude und Aufregung dabei, dass heute hier diese große Zahl an freiheitsliebenden Frauen zusammengekommen ist.” Die soziologischen Forschungsarbeiten, zu denen auch die Wortmeldungen der Konferenzteilnehmerinnen einen wichtigen Beitrag leisteten, werden noch weiter andauern und anschließend in Buchform veröffentlicht werden.

Den Abschlussteil der Konferenz bildete der Beschluss des Projektes zur Gründung einer Jineoloji-Akademie Rojavas, die sich in direkter Verbindung zu den Forschungszentren in den Bereichen Bildung, Geschichte, Ökonomie, Ökologie, Gesundheit, Demografie, Politik, essentielle Verteidigung, Ethik und Ästhetik organisieren wird. Das System der Akademie soll weiterhin durch Presse- und Archivarbeit vervollständigt werden. Das Ziel der Akademie ist die Weiterentwicklung einer reichhaltigen Lebensphilosophie, des sozialen und kommunalen Lebens sowie auch der Kampf gegen die Kapitalistische Moderne. Des Weiteren sollen die sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen, politischen und militärischen Errungenschaften der Frauen Nord-Syriens/ Rojavas bewertet werden, damit sie auf eine wissenschaftliche Art und Weise noch weiter vertieft und verteidigt werden können. Außerdem soll das Netz der Forschungszentren weiter ausgeweitet werden, insbesondere in Hinblick auf den Kanton Kobane und die neu befreiten Gebiete.

In diesem Sinne wurde nach zwei Tagen voller lebendiger Diskussionen, Bewertungen, Kritiken und Anregungen die Konferenz mit neuen Perspektiven und neuer Energie, im Gedenken an die vielen im Kampf für die Revolution und die Verteidigung der Freiheit gefallenen Genoss*innen und dem Versprechen, ihren Kampf weiterzuführen, beendet.


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Die Cops, die Gerichte und die #YPG- und #YPJ-Fahnen

Hinweis: Die auf unserem Blog veröffentlichten Artikel werden ausschließlich zur Dokumentation publiziert.

Geschrieben von Riot Turtle für Enough is Enough.

Persönlich glaube ich nicht in der Rechtsstaat in die sogenannten westliche Demokratien. Es sieht so aus alsob die deutsche Polizei daran auch nicht glaubt. Immer wieder verbieten deutsche Polizeibehörden YPG Fahnen auf Demonstrationen und durchsuchen Gebäuden um solche Flagge zu konfiszieren, und das obwohl sie alle Gerichtsverfahren die in Beziehung zu solche Politeiliche Maßnahmen stehen verloren haben. Das Landgericht in Aachen hat jetzt wieder ein 21 jährigen Aktivist freigesprochen, nachdem die Staatsanwalt Berufung eingelegt hatte. Der Aktivist was zuvor auch in erster Instanz freigesprochen worden. Das landgericht motivierte ihr Urteil und machte deutlich dass das zeigen von YPG Fahnen in Deutschland nicht generall verboten ist.

Letztes Jahr hatte die Staatanwaltschaft angefangen gegen den 21 jährigen Aktivist Christian W zu ermittlen, nachdem Christian eine YPG Fahne auf seinem Facebook Profil gepostet hatte. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen Christian, aber verlor am 11. Dezember 2017 den Prozess gegen Christian im ersten Instanz. Aber der Rechtsstaat funktioniert nicht in Deutschland. Das ist jetzt keine Überraschung, aber es ist interresant zu sehen das Polizeibehörden Gerichtsurteile und Bundestags-Dokumente offen und konsequent ignorieren. Das erste Gerichtsurteil hielt die Polizei nicht davon ab um die Repression gegen Fahnen und andere Symbole der Kurdische Bewegung weiter hochzuschrauben.

Nachdem die Staatsanwaltschaft ihre erste Gerichtsverhandlung gegen Christian verloren haben, legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Am 13. Februar bestätigte das Ladngericht Aachen das Urteil vom Amtsgericht und bezog sich auf die Antworte der Bundesregierung auf Fragen von Bundestagabgeordneten über das Verbot von YPG und YPJ Symbole im Bundestag (Siehe auch das Dokument vom Bundestag: ). Das Landgericht schrieb in seinem Urteil auch: „In der öffentlichen Wahrnehmung wird das Bild der „Partei der demokratischen Union“ (PYD) und ihrer bewaffneten Kampfeinheiten, also der YPG, vorrangig dadurch geprägt, dass sie als Teil der Allianz des Kampfes gegen den IS in Nordsyrien wahrgenommen werden und nicht als ein linksextremistischer Ableger der PKK“. Das Landgericht schrieb in seinem Urteil auch dass Christian’s Posten von einem YPG Symbol kein Straftat ist.

Durch das ignorieren von Gerichtsurteile und das Ergebniss von Bundestagsdebatte ist es die Polizei selbst die ihr sogenannten Rechtsstaat demaskiert und untergräbt. Es sieht so aus als das sie offen in eine autoritäre Polizeistaat gewechselt sind, wo die Polizei Exekutive, Judikative und Legislative Kraft in einem sind. Denn es gibt keinem Gesetz das die YPG und YPJ Symbole verbietet. Anscheinend hat der deutsche Staat nicht nur Waffen an das Erdogan Regime verkauft, aber auch einige seiner autoritäre politische Linien übernommen.

Es ist die Frage ob die deutsche Polizeibehörden mit ihre Kriminalisierung und Repression gegen die YPG und YPJ Symbolen aufhören werden oder nicht. Wahrscheinlich werden sie das nicht. Um ehrlich zu sein wird es mir nicht überraschen wenn die Cops Enough is Enough und/oder meiner Privatwohnung durchsuchen werden, weil ich für diesen Artikel mit Absicht ein Bild mit YPG und YPJ Symbole benützt habe. Wenn sie kommen und durchsuchen werden, werden wir dies angemessen beantworten. Unsere Anwälte sind bereit.

Screenshots vom Urteil vom Landgericht Aachen:

 

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In Solidarität mit Afrin in Straßburg

Geschrieben von PuneX für Enough is Enough.

Ich war bereits auf vielen Solidaritätsdemonstrationen für Afrin, die bisher allerdings nur in Deutschland waren. Am letzten Samstag (17.02) aber war ich mit anderen Aktivistinnen in Straßburg, FR.. Vor allem war es komisch, auf einer Demonstration zu sein in einem Land, wo viele Symbole nicht verboten sind, die in Deutschland nicht erlaubt sind. Es ist ein riesiger Unterschied.

Zunächst sind wir stark davon ausgegangen, dass wir auf dem Weg nach Frankreich sicherlich von der Polizei gestoppt werden. Diese spielt sich seit dem Angriff auf Afrin als Handlanger Erdogans auf und hinterfragt ihre Aufgabe offentsichtlich nicht.

 

 

Im Bus war für mich eine befremdliche Stimmung, denn die Menschen sangen, tanzten und motivierten sich gegenseitig. Einer meiner in Deutschland groß gewordenen Gefährten, auf kurdisch „hevale“ („Freund“) hat von den Menschen einen kurdischen Namen bekommen, er wurde von diesem Moment an „berxwedan“ genannt, was Widerstand bedeutet. Uns wurde erzählt, dass es oft so ist, das Menschen, die man respektiert, einen solchen Namen gibt. Ebenfalls wurde über die Dispute zwischen Autonomen und Kurd*innen geredet und über die Angriffe der Türkei auf Afrin.

Deutsche Cops stoppten unseren Bus kurz vor der französischen Grenze, aber nach einer kurzen Diskussion mit dem Busfahrer durften wir weiterfahren. Als wir nach Straßburg hineingefahren sind, wurden wir wieder gestoppt, diesmal von französischen Polizisten. Zwei Robocops sind in den Bus gestiegen, einer ging bis zum Ende durch und fragte, ob wir Schlagstöcke dabei haben. Ich drehte meinen Kopf weg und musste mich konzentrieren, dass ich nicht anfange, zu lachen. Im nächsten Moment fragte der Polizist auf französisch, ob jemand französisch sprechen würde. Einer der kurdischen Gefährtinnen sagte leide: „Nein, aber kurdisch.“ „Atmen, atmen, atmen“, jetzt nur nicht lachen. Danach gab es keine weiteren Vorkommnisse.

Circa drei Stunden vor dem Start der Demo waren wir schon ungefähr 1000 Menschen, die sangen, klatschten und tanzten. Es gab Suppe, Tee und Kaffee für alle Menschen. Eine solche Veranstaltung wurde in Köln am 27. Januar verboten. Das Wetter war grausam, kalt und nass und der Himmel sah aus, als würde er über Mordor schweben. Da war der Kaffee meine heizung und mein Antrieb zugleich.

In der Umgebung rund um den Auftaktkundgebungsort waren viele Polizisten mit Sturmgewehren und in der Ferne auch Wasserwerfer. Kein Polizist ging auf den Kundgebungsplatz. Kurz or dem Start der Demo kamen mehrere Vans auf den Platz gefahren und verteilten YPG, YPJ und Öcalan Fahnen. Auch einige PKK Fahnen waren dabei, keine dieser Fahnen ist in Frankreich verboten.

Während der Demonstration kam es dazu, dass einige, anscheinend lebensmüde, Polizisten in die Demo gerockt sind. Die kurdischen Gefährtinnen drängten die Polizisten binnen Sekunden wieder zurück und die Ordner schritten schnell ein.Bei den Polizisten sah man die pure Angst im Gesicht. Es war eine Angst, wie ich sie selten gesehen habe. Die Ordner beruhigten die Situation. An diesem Tag demonstrierten circa 25.000 menschen in Straßburg, darunter höchstens 100 Autonome.

Auf unserer Rückreise wurden wir wieder an der Grenze angehalten, diesmal auf der deutschen Seite. Die Polizisten schauten sich einige Ausweise an und checkten diese. Nach ungefähr 10 Minuten durften wir weiter fahren.

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NAV-DEM: Salih Muslim wurde freigelassen!

Erklärung von NAV-DEM – Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland. Update 12:00 Salih Muslim wurde freigelassen.

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Mobi-Clip #Berlin 3. März: Gemeinsam gegen die türkischen Angriffe auf #Afrin!

Hinweis: Die auf unserem Blog veröffentlichten Artikel werden ausschließlich zur Dokumentation publiziert.

Der türkische Krieg gegen die selbstverwalteten Gebiete in Nordsyrien findet auch mit Hilfe deutscher Waffensysteme statt. Als Nato-Partner und Deutschlands größtem Hilfssheriff im Bereich der Migrationsbewegungen erhält Erdogan keinen Gegenwind von Seiten der EU. Um den Angriffskrieg zu ächten ruft ein Bündnis am 03. März in Berlin zum Protest.

Bundesweite Demonstration: Gemeinsam gegen die türkischen Angriffe auf Afrin!

Datum: 03. März 2018 (Samstag)

Uhrzeit: 12 Uhr

Ort: Alexanderplatz, Berlin

Siehe auch: Aufruf Berlin 3. März 2018: Gemeinsam gegen die türkischen Angriffe auf Afrin!

Siehe auch: Soli-Aktion: Solidarität mit #Afrin! – #Antifa Enternasyonal (Antifa International) T-Shirts

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Gegen Einschüchterung, Kriminalisierung und Verbote! Solidarität lässt sich nicht verbieten! #Afrin

Reblogged. Original Artikel auf: DE Indymedia.

Hinweis: Die auf unserem Blog veröffentlichten Artikel werden ausschließlich zur Dokumentation publiziert.

Kundgebung: Solidarität mit Afrin!, Montag den 26. Februar 2018, 18:00 Uhr, vor den City-Arkaden, Alte Freiheit 9, Wuppertal

Die Repressionsmaschinerie in Deutschland nimmt erdogan’sche Formen an. Nachdem diverse Demonstrationen in Solidarität mit Afrin gekesselt, gestoppt oder gleich ganz verboten wurden oder Polizeieinheiten, zum Teil maskiert und mit Maschinenpistolen ausgerüstet, Häuser wegen Facebook Postings oder Transparenten durchsuchten, belagerte die Wuppertaler Polizei am Freitag, den 23. Februar das AZ Wuppertal und richtete einen Kontrollpunkt auf der Marienstraße ein. Genug ist Genug!

Während die Bundesregierung zwischen dem 18. Dezember 2017 und dem 24. Januar 2018 31 Rüstungsexporte von deutschen Firmen an die türkische Armee genehmigte, hat sie die Repression gegen Menschen, die in Solidarität mit Afrin demonstrieren, immer weiter hoch geschraubt. Demonstrationen in Köln, Duisburg und Dortmund wurden verboten. Das Blut an den Händen der Verantwortlichen für die Genehmigungen der Rüstungsexporte soll in Deutschland nicht thematisiert werden.

Am Freitag Abend wurde das Autonome Zentrum (AZ Wuppertal) in Wuppertal von Polizeieinheiten belagert. Mehrere Wannen postierten sich um das AZ herum. Es gab anlasslose Kontrollen auf der Gathe und vor dem AZ und es wurde gedroht Personengruppen, die größer als  drei Personen sind, festzunehmen. Gleichzeitig patrouillierte die Polizei permament mit Streifenwagen auf dem Ölberg. Auf der Marienstraße wurde sogar ein Kontrollpunkt eingerichtet. Dort gab es andauernd anlasslose Kontrollen von Menschen, die “links” aussehen. Auf der Gathe gab es ebenfalls anlasslose Kontrollen von Jugendlichen. Das AZ musste am Freitag früher zu machen, um die Besucher*Innen nicht zu gefährden.

Ein Polizist sagte, dass sie zuvor eine Antifa-Fahne auf einer Kundgebung in Solidarität mit Afrin in der Wuppertaler Innenstadt gesehen hätten und das dies darauf hindeutet, dass sich auch Autonome an der Kundgebung beteiligt hätten. Auf der Kundgebung soll es angeblich auch Fahnen mit dem Porträt des seit Februar 1999 in der Türkei inhaftierten Abdullah Öcalan gegeben haben. Die Antifa-Fahne war die Begründung für die Belagerung von dem AZ und dem Ölberg. Ein Zustand, der für uns so nicht hinnehmbar ist.

Seit Monaten gibt es martialische Auftritte der Polizei wegen ein paar Fahnen oder Transparenten. Die Repression nimmt kein Ende, aber wir haben mehr als genug davon. Anscheinend macht die Bundesregierung nicht nur Waffendeals mit dem Erdogan-Regime, sondern übernimmt auch seinen autoritären Politikstil. Als der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim letzte Woche auf dem Weg nach Deutschland war, sagte er, dass er sehr zufrieden mit dem Vorgehen der deutschen Polizei gegen die Proteste in Deutschland sei.

Aber die Bundesregierung und ihre Behörden sollten wissen, dass sich Solidarität nicht verbieten lässt. Die Welle der Repression werden wir nicht hinnehmen und auch darum werden wir am Montag, den 26. Februar erneut in Solidarität mit Afrin in Wuppertal auf die Straße gehen. Wir sehen uns um 18:00 Uhr vor den City Arkaden (Alte Freiheit 9) in Wuppertal!

 

Gegen Einschüchterung, Kriminalisierung und Verbote!

Solidarität lässt sich nicht verbieten!

Solidarität mit Afrin!

 

Einige Autonome aus Wuppertal, 24. Februar 2018

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Soli-Aktion: Solidarität mit #Afrin! – #Antifa Enternasyonal (Antifa International) T-Shirts

Solidaritäts-Aktion: Unisex Solidarität mit Afrin Antifa Enternasyonal (Antifa International) T-Shirt. Den Gewinn wird an Heyva Sor gespendet. Größen: S, M, L, XL, XXL and XXL. Diese T-Shirts sind auch im Frauen-Schnitt und als Langärmigen T-Shirts verfügbar.

Schau in unseren Shop für Details: https://enoughisenough14.org/product-category/solidarity/

Falls ihr mit dem englischsprachigen Menüführung im Shop nicht zurecht kommt, könnt ihr die Shirts auch per Mail bestellen: info@enoughisenough14.org (bitte Titel vom bestellten Produkt und Größe rein schreiben). 

Mehr Informationen über die Afrin Kampagne von Heyva Sor die wir mit diese Aktion unterstützen wollen: 

GROßE HILFSKAMPAGNE FÜR EFRÎN !

Efrîn war eines der ruhigsten und stabilsten Gebiete von Syrien. Die meisten Einwohner dort sind Kurden. In den letzten fünf Jahren ist Efrîn die Heimat für hunderttausende Flüchtlinge geworden, obwohl sie eine sehr geringe internationale Unterstützung erhielt.

Efrîn hat so viele syrische Flüchtlinge aufgenommen, sodass die Einwohnerzahl von vor dem Krieg bis jetzt von vierhundert tausend auf 1 Million angestiegen ist.

Mit dem Zusammenkommen der verschiedenen ethnischen Glaubensgruppen begann eine demokratische Selbstverwaltung und somit der Grundstein für einen anhaltenden Frieden in Efrîn.

Als die Hoffnung aufkam, dass Verhandlungen für eine Lösung aufgenommen werden und der Krieg endlich ein Ende finden sollte, hat die Türkei und die unter Ihrem Befehl handelnde dschihadistische / salafistische Gruppen eingesetzt, um sich an den Kurden zu rächen. Es soll eine friedliche Region mit tausenden Zivilisten und Flüchtlingen in Gefahr gebracht werden, um mit aller Macht und Kraft die unter kurdischer Kontrolle sich befindende Kantone zu zerstören. Das türkische Militär greift seit dem 20. Januar 2018 Efrîn an.

Wir kennen die Mächte zu gut, die den Einmarsch unter den Namen „Olivenzweig“ führen, der ein Symbol des Friedens ist. Sie glauben daran, dass sie damit das Massaker, welches sie planen, verdecken.

Der Staat „die Türkische Republik“ begeht einen offenen Völkerrechtsbruch, indem sie heute gegen Efrîn und deren Bewohner, die in dem Gebiet, welches friedlich und demokratisch verwaltet wurde, einmarschiert.

Die Türkei führt den Eingriff mit indirekter Zustimmung durch Zurückhaltung und die Aktionslosigkeit anderer Staaten weiter durch.

Der türkische Staat und unter dessen Befehle handelnde Islamisten töten Zivilisten und nehmen Kinder, Alte und Frauen als Zielscheibe ohne Rücksicht auf Verluste.

Sie vernichten Leben und das Eigentum der Menschen durch bombardieren der zivilen Siedlungen. Sie bombardieren und zerstören Häuser, Schulen, Moscheen, Camps von Flüchtlingen sowie Gebäude von Zivilisten.

Zuletzt haben sie einen Rettungswagen von „Heyva Sor“, in dem sich Verletzte befanden, abgeschossen.

Sie haben damit alle Regeln des Kriegsrechts nicht beachtet und verletzt.

Demzufolge hat unsere Nationale Hilfsorganisation, der Kurdischer Roter Halbmond Heyva Sor a Kurdistanê mit einer großen Kampagne zur Unterstützung von Efrîn begonnen.

Mit der Kampagne wollen wir Spenden einsammeln.

Nachdem wir mit allen Vorbereitungen für unsere Kampagne fertig sind, werden wir mit allen Kurdischen Hilfsorganisationen in Europa, skandinavischen Ländern, Japan, Australien, Amerika und Kanada zusammen finanzielle Hilfeleistungen sammeln.

Lassen wir das unter Angriffen und Blockade stehende Volk von Efrîn nicht alleine!

Gibt uns die Möglichkeit Eure Hilfeleistungen/Spenden jetzt schnell durch Heyva Sor a Kurdistanê an das Volk zu überbringen. Heyva Sor a Kurdistanê hat Vorbereitungen getroffen, um die Hilfen rechtzeitig an die Orte zu bringen, die es dringend benötigen. Wir bitten nochmals jetzt dringend um Spenden.

Dieser Appell geht an alle Kurden und Freunde des kurdischen Volkes:

So wie Ihr mit uns zusammen die Hilfskampagne für Kobanê und Shengal und die durch den türkischen Staat zerstörten kurdischen Siedlungen in Nord-Kurdistan, durchgeführt habt, erwarten wir auch hier, dass Ihr große Spendenbereitschaft zeigt. Wir sollten es als ehrenhafte Aufgabe begreifen, das Volk von Efrîn mit allen Mitteln zu unterstützen.

HEYVA SOR A KURDISTANÊ 

Verwendungszweck: Efrin

(Bitte beachten! Durch eine Verfügung seitens der ADD Rheinland-Pfalz können wir keine Spenden aus dem Bundesland Rheinland-Pfalz annehmen. Bis zur Klärung der Sachlage umfasst keine unserer Hilfsaktionen dieses Gebiet.)

1-Efrîn Documented Massacers

2-Humanitarian Situation in Efrîn

Wenn ihr kein T-Shirt kaufen möchtet, aber dennoch Heyva Sor a Kurdistanê unterstützen möchtet, könnt ihr hier die Kontodaten finden (Verwendungszwech Efrin): http://www.heyvasor.com/de/ji-bo-efrine-besdari-kampanyaya-mezin-a-neteweyi-bibin/

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Farbangriff auf die #SPD -Parteizentrale in #Darmstadt

Diese Aktion richtet sich gegen die Unterstützer*Innen des türkischen Faschismus in der BRD und ist ein Aufruf:

 

Bildet Banden, macht sie platt!

Reblogged. Original Artikel auf: DE Indymedia.

Hinweis: Die auf unserem Blog veröffentlichten Artikel werden ausschließlich zur Dokumentation publiziert.

In der Nacht vom 20. auf den 21. Februar wurde die Fassade der Parteizentrale der SPD in Darmstadt mit gelb-grün-roter Farbe verschönert.

 

In der Nacht vom 20. auf den 21. Februar wurde die Fassade der Parteizentrale der SPD in Darmstadt mit gelb-grün-roter Farbe verschönert.

 

Die beteiligten Genoss*Innen zeigen sich damit solidarisch mit der Gesellschaft in Afrin und dem Kampf der Kurd*Innen gegen die faschistische Militärdiktatur Erdogans sowie seine Verbündeten FSA (sog. Freie syrische Armee“) und DAESH (sog. islamischer Staat).

Neben der andauernden, sich immer verschärfenden und unzählige Opfer verursachenden Belagerung Afrins zeichnet sich ein ekelerregendes Bild der deutschen politischen Parteien, insbesondere der SPD, ab.

Durch das Schweigen der SPD und ihres Außenministers Gabriel und die Anbiederung an die Entwicklung des Faschismus in der Türkei legitimiert sie indirekt Erdogans Kurs.

Durch immense Waffenlieferung an die Türkei hat sie sich aber auch ganz aktiv mit schuldig gemacht an jedem Opfer des türkischen Angriffskriegs.

 

Diese Aktion richtet sich gegen die Unterstützer*Innen des türkischen Faschismus in der BRD und ist ein Aufruf:

 

Bildet Banden, macht sie platt!

 

Schulter an Schulter

ist doch klar

PKK und Antifa!

 

Biji Berxwedana Rojava!

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Sponti nach Durchsuchung in #Wendland Wegen #YPJ / #YPG Transpi

Gestern berichteten wir schon über die Durchsuchung der Gasthof des Widerstands in Meuchefitz (Wendland/ Kreis Lüchow-Dannenberg) wegen ein YPJ / YPG Transpi. Am Abend gab es dann ein Sponti gegen die Durchsuchung, der erneut mit Repression konfrontiert wurde.

Sponti nach Durchsuchung in #Wendland Wegen #YPJ / #YPG Transpi weiterlesen

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Halte stand freies #Afrin ! Solidaritätserklärung von …#umsGanze!

Reblogged. Original Artikel auf: ums Ganze
Hinweis: Die auf unserem Blog veröffentlichten Artikel werden ausschließlich zur Dokumentation publiziert.
English: Ihr findet die englischsprachige Version von diesem Artikel hier.
18. FEBRUAR 2018
Solidaritätserklärung von …ums Ganze! mit der kurdischen Freiheitsbewegung.
Die aktuelle Situation in den kurdischen Gebieten in Syrien und der Türkei spitzen sich immer weiter zu. Das türkische Militär greift gerade, mit Hilfe ihrer islamistischen Söldner unter der Fahne der FSA (Freie Syrische Armee, mittlerweile auch „Syrisches Nationales Heer“ genannt) den Kanton Afrin in Rojava an. De facto sind es in der Türkei ausgebildete Kampfverbände mit der Unterstützung ehemaliger Kämpfer von Dschabhat an-Nusra, Ahrar Al Şam und Daesh . Die FSA existiert seit 2016 eigentlich nur noch als Label das von verschiedensten Milizen und Banden benutzt wird. Was wir von den Verbündeten des türkischen Militärs zu erwarten haben, zeigt die grausame und frauenfeindliche Leichenschändung an der gefallenen YPJ-Kämpferin Barin Kobani. In der Türkei wird der Repressionsapparat bis an das Äußerste ausgeweitet. Jede oppositionelle Äußerung gegen eine türkisch-nationalistische Einheit, wird versucht im Keim zu ersticken. Mit allen Mitteln wird gegen jegliche Form von Kritik im Inneren vorgegangen. Jeden Tag werden Journalist*innen, Wissenschaftler*innen, Oppositionelle oder schlicht alle die sich gegen den Krieg in Afrin positionieren, diffamiert und verhaftet. Eine „freie“ mediale Berichterstattung ist in der Türkei schon lange nicht mehr möglich. So wurden die meisten nicht Erdogan nahen Medien verboten oder werden extrem zensiert. Nach dem Putschversuch im Juli 2016 wurden weit über 100 Journalist*innen verhaftet, rund 150 Medien geschlossen und mehr als 700 Presseausweise annulliert. Kritische Journalist*innen stehen unter Generalverdacht. Während Deniz Yücel vor kurzem aus der Haft entlassen wurde, wurden Ahmet Altan, Mehmet Altan und Nazlı Ilıcak und drei weitere Personen zu lebenslanger Haft unter erschwerten Bedingungen verurteilt. Ihnen wird eine Beteiligung am Putschversuch 2016 und Kontakte zu Gülen-Bewegung vorgeworfen. Auch die Verhaftungen von politischen Oppositionellen hören nicht auf. Vor kurzem wurden Amine Gündüz (DBP, Demokratische Partei der Regionen ) und Aydın Üstün (HDP, Partei der Völker) und viele weitere Personen aus regimekritischen Kreisen festgenommen, tausende weitere sind immer noch inhaftiert.
Deutschland zeigt sich als williger Erfüllungsgehilfe türkische Politik. Hierzulande sehen sich kurdische Aktivist*innen einer erneuten und immer härteren Repressionswelle ausgesetzt. Etliche politisch aktive Kurd*innen sitzen in deutschen Knästen. Demonstrationen, wie jüngst die Kölner Demo gegen den Angriffskrieg auf Afrin, werden angegriffen oder aufgelöst, weil Symbole der Kurdischen Bewegung gezeigt werden. So wurden mittels einer Verfügung ein faktisches Verbot der Symbole der YPJ, YPG und PYD (Partei der Demokratischen Union) eingeführt. Auch die Symbole des Studierendenverbandes YXK werden in der Praxis immer wieder kriminalisiert – insgesamt umfasst das Verbot über 30 Symbole. In den letzten Monaten kam es deswegen immer wieder zu Hausdurchsuchungen – beispielsweise in München oder Hamburg. Das Verbot der Kurdischen Arbeiterpartei PKK, das 1994 in Deutschland in Kraft getreten ist, hat eine durchgehende Kriminalisierung der kurdischen Aktivist*innen in Deutschland zur Folge. Die Kriminalisierung Kurdischer Strukturen in Deutschland ist auch ein Angriff auf alle fortschrittlichen Kräfte der deutschen Linken. Weiterhin werden Rüstungsgüter an die Türkei geliefert. Wo Profitraten winken, interessieren Menschenleben nicht. Der Aufbruch in Rojava / der Demokratischen Föderation Nordsyrien soll zwischen dreckigen Flüchtlingsdeals und den Interessen des deutschen und türkischen Kapitals zerrieben werden.
Zur gleichen Zeit versuchen die YPJ (Frauenverteidigungseinheiten) und YPG (Volksverteidigungseinheiten) bzw. die QSD (Syrischen Demokratischen Kräfte) den Kanton Afrin vor der Invasion des türkischen Militärs und Islamist*innen zu schützen. Die Türkei bombardiert im Zuge dessen die Zivilbevölkerung von Afrin und macht keinen Unterschied zwischen aktiven Kämpfer*innen und ziviler Bevölkerung. So sind bereits jetzt hunderte Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung zu beklagen. Es werden gezielt Ortschaften zerstört und die Trinkwasserversorgung angegriffen. Rund 300.000 Menschen sind dadurch ohne ausreichende Trinkwasserversorgung. Die Türkei führt, anders als ihre Propaganda behauptet, auch einen gezielten Krieg gegen die Zivilbevölkerung, denn sie weiß, dass sich der Widerstand in Afrin auf eine breite Basis stützt. Und trotzdem konnten das türkische Militär keine nennenswerten Gebietsgewinne erzielen. Seit Beginn der „Operation Olivenzweig“ ist das türkische Militär, laut Berichten der QSD an fünf Fronten nur fünf Kilometer vorangekommen. In 37 Dörfern gibt es derzeit heftige Gefechte. Ein schneller Erfolg, so wie ihn Erdogan verkündete, ist nicht in Sicht. Es scheint als würde die Angriffe auf Afrin nur stattfinden, um vor den nächsten Wahlen in der Türkei ein Bild einer türkisch-nationalistischen Einheit und Stärke zu produzieren. Vor allem die deutschen Kampfpanzer „Leopard 2“, die in der kriegerischen Auseinandersetzung zum Einsatz kommen, sind in den deutschen Medien in den Mittelpunkt gerückt.
Wir erinnern uns: Im Jahr 2014 stand Daesh vor den Toren der nordsyrischen Stadt Kobanê (arab. Ain al-Arab). Die Kräfte der YPJ und YPG waren die ersten, die den Banden von Daesh eine militärische Niederlage zufügen konnten und die Stadt retteten. Sie waren es auch, die, zusammen mit der PKK-Guerilla HPG (Volksverteidigungskräfte), im Shingal-Gebirge einen Fluchtkorridor für tausende Jesid*innen erkämpften. Dadurch wurden sie vor drohender Versklavung, Vergewaltigung und Ermordung durch Daesh oder den Tod durch Verdursten und Verhungern gerettet. Nicht Barzanis Peshmerga waren hier die Held*innen. Sie bekamen lediglich zum Dank für ihr Nichtstun Waffen von der deutschen Regierung. Zu dieser Zeit wurden die YPJ/YPG von der ganzen Welt als Befreier*innen vom Joch des Daesh gefeiert. Nur nebenbei bemerkt: Viele, sogar bis weit in bürgerliche Kreise hinein, dachten auch laut über die Aufhebung des PKK Verbots nach. Heute, nicht einmal vier Jahre später, wurde Daesh durch die Kämpfer*innen der YPJ und YPG militärisch fast vollständig aus dem Norden Syriens vertrieben. Doch nicht nur der militärische Kampf gegen Daesh macht den Blick nach Rojava / Nord-Syrien aus kommunistischer Perspektive unabdingbar. Mit dem zivilen Aufbauprozess wurde und wird versucht ein anderes, auf Räten basierendenes Gesellschaftmodell, zu etablieren, dass aus den Fehlern des real-existierenden Sozialismus gelernt haben will. Auf Grundlage sozial-ökologischer, selbstorganisierter, feministischer und radikal-demokratischer Prinzipien wird das Zusammenleben in Syrien neu und jenseits religiöser oder ethnischer Konflikte gedacht und in eine, wenn oft auch widersprüchliche, Praxis überführt. Zur gleichen Zeit greift nun das NATO Mitgliedsland Türkei, genau diese fortschrittlichen Kräfte in Afrin an und droht sogar dem NATO-Partner USA offen mit einer „osmanischen Ohrfeige“, also einer militärischen Konfrontation. Dies alles stellt die größte Bedrohung der Revolution in Nordsyrien, seit der Belagerung von Kobanê, dar. Während 2014 alle auf den Norden Syriens geschaut haben, besteht heute kein Interesse sich mit dem AKP-Regime anzulegen und diesen Angriff zu thematisieren.
Von Kurd*innen lernen heißt Siegen lernen. Als kommunistisches „…ums Ganze!“ Bündnis beziehen wir uns kritisch, und solidarisch auf die Revolution in Rojava / Nord-Syrien. In Zeiten eines gesellschaftlichen Rechtsrucks scheint es notwendiger denn je, Alternativen zu dem herrschenden System zu finden, die ein Leben jenseits von Kapital und Patriarchat und ein gutes Leben für alle möglich erscheinen lassen. Es geht bei der Solidarität mit Kurdistan nicht um ein Sympathiebekenntnis mit einer Seite in einem Konflikt in der Ferne. Die kurdische Befreiungsbewegung ist Inspiration und Modell für die Linke weltweit. Warum? Sie steht für einen Weg jenseits der Wahl zwischen Pest und Cholera: zwischen einem neoliberalem Weiter-So mit Spardiktaten inkl. sog. Strukturanpassungsmaßnahmen und einer autoritären Sehnsucht nach einem starken Nationalstaat. Wie die Zapatist@s in den 1990er Jahren, hat sie einen Leuchtturmeffekt in Zeiten grassierender Hoffnungslosigkeit. Es ist zu begrüßen, wenn sich die deutsche Linke weiter mit dieser Bewegung auseinandersetzt – wir können in Diskussionen viel voneinander lernen. Neben einem kollektiven Lernprozess, ist es aber genauso zentral bei Angriffen von Repressionsbehörden oder Faschist*innen und Rassist*innen in Deutschland und anderswo Schulter an Schulter mit den kurdischen Genoss*innen zu stehen. Unser gemeinsames Ziel ist eine Gesellschaft jenseits von „Class“, „Race“ und „Gender“. Der Weg dahin ist nur gemeinsam mit einem antinationalen und antistaatlichen Internationalismus zu bestreiten. Wir müssen uns gemeinsam und intensiver mit den Ansätzen und Realitäten der kurdischen Befreiungsbewegung auseinandersetzen und auf diese Weise zu einem linken Universalismus finden, der auch schon oft von unseren kurdischen Genoss*innen betont wurde. Diese Solidaritätsadresse ist daher auch als Angebot an die kurdische Freiheitsbewegung für ein gemeinsames Kennenlernen und eine gemeinsame Diskussion zu verstehen – auf Augenhöhe und in der praktischen Auseinandersetzung. Ihr kennt das ja: Die Kritik im Handgemenge. Lassen wir den Worten auch hier Taten folgen. Lassen wir Afrin nicht alleine! Lassen wir die progressiven kurdischen Kräfte im Exil und in Kurdistan nicht allein in ihrem Kampf! Lassen wir die Menschen in Afrin nicht im Stich!
Wir rufen dazu auf, sich an den Protesten unserer kurdischen Genoss*innen in Deutschland zu beteiligen und eigene Aktionen zu planen. Solidarisiert euch mit den fortschrittlichen Kräften in Kurdistan.
Schluss mit den dreckigen Deals mit dem AKP-Regime!
Dem deutschen Rüstungskapital in den Rücken fallen!
Weg mit dem Verbot der PKK!
Es lebe die Revolution in Rojava!
…ums Ganze! im Februar 2018