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In den Nebel – Von Sebastian Lotzer

Sebastian Lotzer

Es wird Zeit Abschied zu nehmen. So wie einst der Sub verschwand, weil er nur eine Figur war, um etwas Ungehörten Gehör zu verschaffen, so wird es Zeit die Figur des Sebastian Lotzer verschwinden zu lassen. Ursprünglich erschaffen, um das was einst “die Bewegung” war, nicht in dem historischen Gedächtnis der Menschen vergessen zu werden lassen, aufzuschreiben und zu bezeugen, wie viel Aufbruch, Hoffnung, Liebe und Unversöhnlichkeit mit diesem System, das unser aller Todfeind ist, es einst gegeben hat. Aus diesem Bedürfnis, das ein dringendes Anliegen des Herzens war, entstand das Buch “Begrabt mein Herz am Heinrichplatz”, dass zur Überraschung des Niederschreibenen auf viel Resonanz stieß und von dem heute noch das eine oder andere Exemplar den Weg in die Hände eines hoffentlich geneigten Lesers oder Leser*innen findet.

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Athens Stadtteile erheben sich!

(Anmerkung: Der Text wurde am Freitagabend veröffentlicht, wir konnten ihn erst am Samstagmorgen online stellen, bitte bei den zeitlichen Zuordnungen beachten)

Freitag, 12. März 2021. Dimitris Koufontinas ist noch am Leben. Zehn Jahre nach der Quadratur des Kreises beginnt Griechenland wieder für eine andere Gesellschaft auf die Straße zu gehen.

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Koufontinas Hungerstreik: Neue Ablehnung durch das Gericht und verstärkte nächtliche Angriffe gegen die Regierungspartei

8. März 2021. Dimitris Koufontinas ist noch am Leben. Obwohl er sehr zerbrechlich ist, hat sich sein Gesundheitszustand dank der Wirkung des Serums in den letzten drei Tagen vorläufig etwas stabilisiert. Aber das Risiko eines plötzlichen Todes bleibt sehr hoch.

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„Koufontinas zeigt uns das wahre Gesicht der Macht“

6. März 2021. Dimitris Koufontinas ist noch am Leben, nachdem er gestern fast gestorben wäre. Seinen persönlichen Ärzten bleibt das Recht verwehrt, das von der Polizei bewachte Krankenhaus zu betreten. Der Staat spielt auf Zeit, indem er die letzte erwartete Entscheidung hinauszögert und gleichzeitig verhindert, dass er stirbt. Eine psychische und physische Folter, die die Demonstranten gestern Abend anprangerten, bevor sie gewaltsam unterdrückt wurden. Im Moment finden überall in Griechenland neue Kundgebungen statt, unterstützt von Solidaritätsaktionen in anderen Teilen der Welt. Der Sohn von Dimitris wurde gerade verhaftet…

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KOUFONTINAS GEGEN SEINEN WILLEN WIEDERBELEBT

Einige Tage lang hatten mehrere Minister und dann der Staatsanwalt mit erhobener Stimme gewarnt: Den Gefangenen sterben zu lassen, würde strafbar sein. Vor einer Stunde haben die Ärzte und Krankenschwestern im Lamia-Krankenhaus die Anweisung befolgt: Sie hatten Dimitris Koufontinas gerade wiederbelebt, als er kurz vor dem Sterben stand, und er hatte deutlich darum gebeten, dass niemand eingreift.

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Pandemie Kriegstagebücher reloaded – #Italien: Die Revolte gegen Ausnahmezustand und Ausgangssperre generalisiert sich

Sebastian Lotzer

Was vor wenigen Tagen mit den Konflikten in Neapel gegen die neue Dekrete der Regionalregierung begann, die eine erneute Ausgangssperre und die Schließung von Gaststätten und kleinen Geschäften anordnete, hat sich innerhalb weniger Tage über weite Teile Italiens ausgebreitet. Am Dienstagabend gab es schon in über 30 italienischen Städten Proteste, Plünderungen und Riots in Turin, Strassenkämpfe in Mailand.. Diese spontane Bewegung ist voller Widersprüche, sowohl was ihre Ausrichtung als auch was ihre Zusammensetzung betrifft, wie könnte es in diesen Zeiten auch anderes sein. In Napoli gab es auf der einen Seite eine diffuse Mobilisierung von Anwohnern und Gewerbetreibenden, auf der anderen Seite eine Mobilisierung von Linken und Basisgewerkschaftlern, die sich Kämpfe mit den Bullen lieferten. Am nächsten Tag eine Mobilisierung der Faschos in Rom, die aber außer Feuerwerk nicht viel auf die Reihe bekommen haben.

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Frankreich – Ein Versuch aus der Misere in den Angriff zu kommen

Frankreich. Die Gilets Jaunes als Bewegung sind tot. So oft ist das schon behauptet worden, von den politischen Eliten und den politischen Kommentatoren. Barrikaden mitten auf den Champs Elysees, geplünderte Luxusshops und Bullen in panischer Flucht im Steinhagel haben diese Behauptungen immer und immer wieder Lügen gestraft. Die Gilets Jaunes sind tot. Nun vielleicht ist es jetzt nun wirklich so weit, jede Bewegung stößt irgendwann an ihre gesetzmäßigen Begrenzungen oder mutiert zu einem Organisationsfetisch.

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Geheimpolizei auf den Straßen von #Portland (#PDX): Interview mit einem Mitglied der Black Rose Portland

Seit bald sechzig Tagen dauern nun die alltäglichen und allabendlichen Aktionen in Portland nach dem Mord an Georg Floyd schon an. Zwischenzeitlich waren es nur noch wenige hundert Menschen, die sich gegen den Terror der Bullen behauptet haben. Seitdem Trump Bundestruppen in die Stadt geschickt hat, die teilweise in nicht gekennzeichneten Zivilfahrzeugen durch die Stadt fahren und vermeintliche Demonstranten verschleppen, sind die Proteste und Aktionen in der Stadt auch Gegenstand breiter medialer Berichterstattung, mittlerweile sogar in Europa. Gleichzeitig versuchen Stadtverwaltung und reformistische Gruppen die Proteste zu befrieden, bzw. die Trump Administration als einzigen Verantwortlichen für die alltägliche Bullengewalt und den allgegenwärtigen Rassismus zu beschuldigen. Das folgende Interview mit Gefährt*innen vor Ort gibt einen Einblick in die Entwicklung in der Stadt und beschreibt auch die Tätigkeiten der schon seit Jahren in Portland agierenden Bundesbehörden. Weitere Übersetzungen und Berichte zu Portland werden am kommenden Montag in der Sūnzǐ Bīngfǎ 孫子兵法 https://sunzibingfa.noblogs.org/ veröffentlicht. S.L.

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Pandemie Kriegstagebücher – Ausweitung der Kampfzonen

Sebastian Lotzer

Nein, keine langen Abhandlungen zu Stuttgart. Wohl selten hat sich ein Riot so unvermittelt selbst erklärt. Wer in den letzten Monaten durch dieses Land im Ausnahmezustand mit offenen Augen gegangen ist, konnte es alles sehen. Die ersten Tage der Masseninternierung: In Kreuzberg ausgestorbene Straßen, alle 2 Minuten fährt ein Bullenwagen vorbei, die Insassen mustern dich misstrauisch, wenn du noch unterwegs bist. In den dunklen Ecken der Neubau Ghettos kleine Gruppen von Jugendlichen die nichts anderes mehr haben um sich zu sehen. Die Bullen mit jener letzten Prise von Macht die noch gefehlt hat um endlich allmächtig jeden und jede zurechtzuweisen, kontrollieren und wegsperren zu können. Man hat es ihnen angesehen, Körpersprache verrät mehr als tausend Worte. Es braucht keine Anlässe und Begründungen mehr, das Infektionsschutzgesetz als Handbuch eines totalitären Staates.

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