Schon seit einigen Tagen frage ich mich, woher meine persönliche Betroffenheit rührt, die ich spüre, wenn ich den vielleicht letzten Kampf des ehemaligen 17N-Militanten Dimitris Koufontinas verfolge, mich im Rahmen meiner Möglichkeiten unterstützend für ihn einbringe, der vielleicht irrigen Hoffnung folgend, diese solidarischen Gedanken würden ihn erreichen. Ich denke, es geht mir bei dem Fall Dimitris Koufontinas um mehr als einen alten Mann, der um seine Würde kämpft. Es geht mir auch um mehr als die Schamlosigkeit, mit der griechische Familienclans ihre Rachsucht zelebrieren. Es geht mir nicht einmal darum, dass sich westliche Geheimdienste in die innenpolitischen und juristischen Auseinandersetzungen eines anderen Landes einmischen, um Hafterleichterungen für einen zu verhindern, dem es (zusammen mit Anderen) gelang, das Imperium das eine oder andere Mal empfindlich zu treffen. Was mit Dimitris ausgelöscht werden soll – und anders kann man das Handeln und die Äußerungen der Verantwortlichen in der griechischen Regierung nicht deuten – ist eine bestimmte Option, ja selbst der Gedanke daran, sich zu den Verhältnissen in einen deutlichen Widerspruch zu setzen. Mit Dimitris soll mehr als der 17. November begraben werden, es geht um den militanten Antagonismus selbst.
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